Wigo
- Die Liebe stirbt zuletzt!
von
Marleen van Barneveld
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Folge 9
Professor
Gustav Rosebär kam in den Besitz eines uralten Dokumentes.
Es ist der "Schlüssel zu Atlantis". Die verblüffende
Entdeckung beginnt in Ägypten, tief unter der Sphinx
in geheimnisvollen Räumen.
Das
Erbe von
Atlantis
Der
Professor saß schon eine geraume Zeit auf der Klosterterrasse,
bevor die anderen kamen. Sie begrüßten sich und
dann gingen sie gemeinsam in Richtung Sphinx.
Unterwegs
unterhielten sie sich über den gestrigen Abend. Dann
endlich sahen sie in der Ferne die Umrisse der Sphinx.
"Es
ist, Gott sei Dank, nicht mehr weit bis zu unserem Ziel",
meinte Wigo. "Mir ist schon ziemlich warm geworden und dann
dieser Durst."
"Trink
einfach nichts mehr, bis wir angekommen sind", riet der
Professor. "Sonst hast du unseren ganzen Vorrat noch ausgetrunken,
bevor wir einen Schluck nötig haben", grinste er.
Endlich
waren sie angekommen und Rosa sagte: "Wir wollen keine Zeit
verlieren und uns an den Abstieg wagen."
"An
den Abstieg?", fragte Krister ungläubig, "...und das
hier und jetzt?"
"Überraschung!",
rief der Professor übermütig und griff in seinen
Rucksack, um ein vergilbtes Papier umständlich herauszuholen,
das er dann für alle gut sichtbar hoch hielt.
"Dies
hier, meine Lieben, ist der Schlüssel zu Atlantis!",
triumphierte er lachend.
"Meinte
Harald das, als er dich so eingehend nach unserer heutigen
Expedition fragte?"
"Nein,
Luna. Das meinte er nicht, hihi. Er dachte an die Legende,
das unter der Sphinx eine verschollene Bibliothek sei, eine
Art Museum, angelegt damals von den Atlantiern.
Hol
mal den Spaten raus Wigo, damit ich den Mechanismus freilegen
kann."
Wigo
setzte den Spaten einige mal an, bis der Professor rief,
daß es ausreiche. Dann wühlte er mit beiden Händen
im Wüstensand und plötzlich bewegte sich eine
Löwenpfote nach rechts und eine Treppe kam zum Vorschein,
die nach unten führte. Staunend und stumm vor Verblüffung
standen sie da. Aber ehe sie sich wieder gefaßt hatten
und auch nur einer einen Schritt nach unten tun konnte,
schloß sich die Pfote wieder.
Der
Professor drehte nochmals an diesem verborgenen Mechanismus,
dann sprang er schnell auf und rief:
"Rasch,
rasch, beeilt euch, damit wir alle hinein kommen!" Sie rannten
zur Löwenpfote und eilten die Treppe hinunter. Dann
blitzten ihre Taschenlampen auf und erleuchteten die Stufen,
die vor ihnen lagen.
"Das
ist ja gewaltig!", rief Wigo, als er die Halle betrat.
"Und
hier über uns liegt die Sphinx?", fragte er mehr an
sich gerichtet...
"Ja,
und hier geradeaus muß irgendwo die Tür zum Saal
der großen Geheimnisse liegen", antwortete der Professor.
Er trat an die Wand heran und tastete sie ab. Er legte seine
Handfläche prüfend gegen die Wand und drückte
gegen sie an . . . doch nichts rührte sich.
Krister
trat hinzu, stellte sich an den Rand der Wand und leuchtete
die Fuge aus. "Meinen Sie wirklich, Professor, daß
sich hier ein Eingang befinden soll?"
"Ja,
schauen Sie doch mal hier auf dieses Blatt!" Dabei hielt
er die vergilbte Zeichnung an das Licht.
Krister
nahm die Zeichnung aus seiner Hand und studierte sie eingehend.
Er hielt sich zwei Finger an die Stirn, schaute auf und
blickte dann den Professor an. Dann wurde er sehr nachdenklich
und seine Finger glitten ihm langsam übers Gesicht
hin zum Mund und er flüsterte dem Professor zu: "Wissen
Sie, Professor, das hinter dieser Wand drei Tunnel liegen,
die drei dahinter liegende Pyramiden verbinden?"
"Nein",
sagte der Professor erstaunt und rutschte zu ihm rüber.
Er warf einen Blick auf das Papier und Krister erklärte
die Zeichen auf dem Blatt.
"Also
wenn wir das vor einer Woche gewußt hätten .
. . hätten Sie den Nobelpreis erhalten", meinte Rosa.
"Nicht
ganz", erwiderte Krister, "aber so ungefähr."
"Ich
sage Ihnen was, Krister, wenn wir den geheimen Saal des
Tempels gefunden haben, und wenn sich unsere Wege später
trennen, dann schenke ich Ihnen diese Zeichnung."
Krister
schaute den Professor ungläubig an und erwiderte: "Das,
mein Freund, würden sie wirklich tun?"
"Ja,
das ist von jetzt ab so abgesprochen." Und er hielt ihm
die Hand hin.
"Schlagen
Sie ein Krister, dann ist das jetzt besiegelt."
Doch
Krister wendete ein: "Wenn Sie die Zeichnung verkaufen würden,
könnten Sie eine Menge Geld dafür bekommen und
es wäre immer noch ein großer Gewinn für
die Wissenschaften."
"Ja,
ja, lieber Krister, das mag für andere stimmen. Aber
ich bin überzeugt, daß Geben ein weit größerer
Gewinn darstellt, als die Kraft des Geldes!"
"Gut,
ich akzeptiere Ihre Auffassung und schlage ein!" Damit gab
er Rosa einen kräftigen Händedruck, schaute ihm
dankbar in die Augen.
"Ist
schon in Ordnung", antwortete der Professor und klopfte
ihm freundschaftlich auf die Schulter.
Der
geheime Saal
"So
wie ich das hier entziffere, ist der Tempel unter der Löwenpfote."
"Gut!
Drehen wir um und gehen dorthin", meinte Rosa.
"Hier
in diesem Abschnitt müßte es sein", erklärte
Krister.
"Doch
nirgends kann ich etwas sehen, das auf den kleinsten Mechanismus
hinweist... aber hier muß es sein! Versteh’ ich nicht",
sprach er gedankenverloren vor sich hin.
Inzwischen
stand der Professor in der Mitte der Halle unter der Sphinx
und rief Luna zu sich. Er hielt die Taschenlampe auf die
Decke gerichtet und sagte zu ihr: "Findest du es nicht merkwürdig,
daß da oben ein großer Skarabäus angebracht
ist und sonst gibt es hier im ganzen Raum nicht eine einzige
weitere Verzierung?"
"Jaaa",
sagte sie gedehnt. "Und was meinst du, wie kommen wir da
hinauf?"
"Wigo,
Krister kommt doch mal her."
Sie
kamen und der Professor wies mit dem Finger nach oben: "Was
hälst du hiervon, Krister?"
"Interessant,
sehr interessant! Ich bin dafür, wir bilden eine Pyramide
und der oberste dreht am Skarabäus."
"Genau
das, ja, genau das machen wir, Krister", sagte der Professor.
Die
Pyramide war schnell gemacht und Luna stand oben auf den
Schultern von Wigo und sagte in die Stille hinein: "Ich
dreh den Käfer jetzt nach rechts."
Nichts
passierte.
"Also,
ich dreh ihn jetzt nach links."
Wieder
passierte nichts.
"Vielleicht
solltest du drehen und gleichzeitig ziehen", rief Rosa zu
ihr hoch. Sie tat es, doch es geschah nichts.
"Es
passiert einfach nichts, Rosa", rief Luna schon recht verzweifelt.
"Was nun?"
"Komm
wieder runter, wir sollten überlegen."
"Nimm
den Kompaß, Rosa, damit wir sehen, wo genau Norden
liegt", meinte Krister.
Der
Professor holte sofort den Kompaß heraus, klappte
den Deckel hoch und lotete den Norden aus.
"Hier
ist Norden!"
"O.K.",
rief Luna runter. "Ich verstehe schon." Dann drehte sie
den Skarabäus gen Norden und die Wand unter der Sphinx-Pfote
öffnete sich mit einem knarrenden Geräusch!
Luna
war auf den Boden gesprungen und ging mit raschen Schritten
als erste durch die Öffnung. Erstaunt und faszinierend
blieb sie am Eingang stehen.
Zwölf
Säulen zählte sie auf jeder Seite des Tempels.
Zwischen den Säulen waren Schrifttafeln mit unbekannten
Zeichen eingemeißelt.
Krister
ging gleich zur ersten Tafel und berührte sie mit seinen
Händen.
"Schaut
mal an die Decke", rief Luna.
Alles
schaute nach oben und sie sahen an der Decke in sich laufende,
rot-gold-violette Streifen, hinunter und herauf laufen.
"Wie
kann denn so was möglich sein?"
Staunend
betrachteten sie dieses Farbenspiel an der Decke. Und dann
schloß sich plötzlich unverhofft die Wand hinter
ihnen!
Verdutzt
schauten sie, wie auf Kommando, zur Wand, die sich völlig
geschlossen hatte. Doch Krister hielt sich nicht lange damit
auf und ging gezielt zur nächsten Tafel. Als er davor
stand, leuchteten die Säulen links und rechts hell
auf. " Das ist praktisch," murmelte er lächelnd vor
sich hin.
"Was
steht denn da?", fragte Wigo.
"Manches
kann ich nicht lesen, so wie dieses hier." Seine Finger
glitten über die Zeilen. Eine ganze Zeitlang sagte
er nichts. Dann drehte er sich um und sagte zu Wigo:
"Nach
den Aussagen dieser Tafel ist der heutige Verlauf des Nils
nicht richtig."
"Und
mehr steht da nicht?", fragte Wigo.
"Doch,
es steht da noch viel mehr. Hol doch mal die anderen", befahl
Krister und ging zur nächsten Schrifttafel. Die anderen
kamen und stellten sich neben Krister.
"Hast
du was interessantes entdeckt, Krister?", fragte der Professor.
"Ja,
an der vorigen Tafel steht etwas recht aufschlußreiches",
sagte er etwas geistesabwesend und betastete mit seinen
Fingerspitzen die Schriftzeichen.
Gerade
wollte er sich zu den anderen umdrehen als die Tafel beleuchtet
wurde. Erstaunt drehte sich Krister wieder der Tafel zu
und wartete auf ein Ereignis. Die Schrift bewegte sich.
Wurde groß und dann wieder klein.
Erschrocken
wich Krister einen Schritt von der Tafel zurück: "Wie
ist das nur möglich?!"
Er
drehte sich zu den anderen um und rief lachend mit der Hand
auf die Tafel weisend: "Es steht auf schwedisch, es steht
auf schwedisch, Professor!"
Der
Professor trat an die Tafel und strich mit den Fingerspitzen
ganz sanft über die Buchstaben, dann nickte er und
sagte anerkennend: "Genial, einfach genial!"
Nach
dem letzten Wort drehte er sich um und winkte Wigo zu sich:
"Wigo, mein Guter, komm doch mal und stell dich hier vor
die Tafel.
Ja,
so! So stehst du genau richtig. Ich bin nämlich der
Meinung, daß jeder, der den Wunsch hat, die Worte
auf der Tafel lesen zu wollen, es auch kann! Konzentriere
dich jetzt darauf, es lesen zu wollen, Wigo."
Wigo
starrte auf die Tafel. Es sah so aus als wenn die Buchstaben
durcheinander tanzten, doch dann nahm die Tafel nur eine
glatte graue Farbe an.
Etwas
ärgerlich über diesen Vorfall stupste der Professor
Wigo an und rief ihm laut zu: "Nun wünsch’ es dir endlich",
und nochmals etwas leiser: "Du mußt es dir aus tiefstem
Herzen wünschen!"
"Ich,
ich...", stammelte Wigo, "...ich kann es nicht!"
"Natürlich
nicht", erwiderte der Professor, "du wirst es nie können.
Heute nicht und morgen nicht und zu keiner Zeit. Solange
du noch den alten Wigo mit dir rumschleppst, ihn fütterst
und beschützest, wird er sich an dich hängen bis
daß der Tod euch scheidet . . . und vielleicht das
noch nicht mal", antwortete der Professor resigniert.
Rosa
legte seine Hand auf Wigo’s Rücken und sagte dabei:
"Stell’ dich zu Luna!"
Wigo
drehte sich um und ging mit gesenktem Blick von der Tafel
weg. Wigo war sich deutlich unbehaglich zumute.
"Krister",
sagte der Professor laut, "ich bin dafür, daß
du die deutsche Sprache wählst, wenn du dich wieder
an die Tafel begibst, dann können wir alle mitlesen",
und grinste Krister fröhlich an.
"Aber
Professor! Nichts läßt sich so gut ablesen wie
die eigene Muttersprache", erwiderte er und stellte sich
vor der Tafel auf. Krister schloß seine Augen und
konzentrierte sich. Alles wurde still.
Wigo
stand inzwischen neben Luna. Die hatte ihren Arm um seine
Schulter gelegt und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Er
hatte immer noch seinen Kopf gesenkt, nickte aber jetzt
ein paar Male und hob dann seinen Kopf und blickte auf die
Wand, während sie immer noch auf ihn einsprach. Dann
ergriff sie seine Hand und beide standen still nebeneinander.
"Krister,
alter Freund, was ist mit Ihnen?"
"Das
möchte ich auch mal wissen, Professor. Wie es aussieht,
hat mich meine Kraft verlassen . . . oder war alles doch
nur eine Illusion?"
"Keineswegs",
erwiderte Rosa, "auf gar keinen Fall, mein Lieber, wir sind
doch nicht verrückt geworden; dafür war die Zeit
doch viel zu kurz", stellte er sichtlich nervös geworden
fest.
"Wir
sollten uns um einen Ausgang bemühen, das bringt uns
sicherlich auf andere Gedanken", sagte er hastig und drehte
sich um.
Die
belehrende Stimme
"Komm
Kriester, versuch’ es mal mit einer anderen Säule,
hier sind ja noch genug."
Rosa
und Krister gingen schon voraus als sie plötzlich eine
Stimme hinter sich hörten, die sie nicht kannten.
Irritiert
drehten sie sich zu dem Sprecher um und sahen sehr überrascht,
daß es Wigo war, der plötzlich mit fremder Stimme
redete: "Alle Pyramiden wurden zum Schutz der Amethysten
gebaut, die wir hinterlassen haben, als wir diese Erde nach
der großen Flut für einige Zeit verlassen mußten.
Sie dienten uns damals nicht nur als Kommunikationszentrum,
sondern auch als Heilzentrum.
Schon
viele haben versucht, diese Edelsteine zu finden. Sie existieren!
Einer von vielen ist hinter dieser Wand platziert, andere
sind unter den Pyramiden eingelassen. Wir haben diese wertvollen
Edelsteine vor der korrupten Priesterschaft verborgen gehalten,
weil sie anfingen sich mit Schwarzer Magie zu beschäftigen.
Es gab einmal 12 Pyramiden, die im Uhrzeigersinn angeordnet
waren und viele tausend Jahre existierten. Die Sonnenstrahlen
drangen durch die Amethyst-Steine hindurch und verbreiteten
einen farbigen Glanz in den Pyramiden. Einmal wird die Zeit
kommen und dann werden diese schönen und kraftvollen
Heilsteine wieder zu ihrem ursprünglichen Zweck zurück
finden!
Nichts
ist euch von dem bekannt, worüber ich jetzt zu euch
rede.
Die
ersten Herrscher über Âgypten war eine Priesterklasse
von Männern und Frauen, die sich ihrer heiligen Aufgaben
bewußt waren. Sie standen mit hohen Geistwesen im
direkten Kontakt und empfingen von ihnen Gesetze, die die
Ägypter anwenden sollten, um zusammen leben zu können.
Ich
spreche von jenem Ägypten, als es noch hohe Ideale
besaß und edel regiert wurde.
Die
Todesstrafe gab es in jenen Tagen nicht. Es wäre damals
auch niemand auf den Gedanken gekommen, solch eine grausame
Bestrafung zu fordern, weil jeder die Gesetze der Schöpfung
genau kannte.
Als
zehntausend Jahre verstrichen waren, wurde von korrupten
Priestern das erste Königshaus sowie eine Religion
gegründet, die sich Solar-Thai-Ah–Tep nannte. Sie praktizierten
Hypnose und mißbrauchten diese Kraft, genauso wie
den Anwendung der Magie. Dadurch entdeckten sie, wie man
vom schwarzen Strahl Samanahs Gebrauch machen konnte und
so benutzten sie auch diese Kraft für ihre üblen
Ziele. Das Volk merkte davon nichts. Hauptsächlich
wurde damals durch Furcht auf die Menschen eingewirkt. So
wurden die Menschen nach und nach zu wehrlosen Opfern gemacht.
Wenn
die Herrscher dieses Landes wichtige Entscheidungen zu treffen
hatten, so hatten die Menschen darauf keinerlei Einfluß.
Kommt euch das bekannt vor?"
"Was
kannst Du uns über die Freimaurer erzählen? Ich
habe gehört, daß sich diese Gruppe aus der Bibel
ableitet", fragte Luna die Stimme.
"Während
die Priester in damaliger Zeit alle Macht besaßen,
hatten die Pharaonen überhaupt keinen Einfluß.
Erst 100 Jahre später bot ein Pharao der Thai-Priesterschaft
die Stirn und verjagte sie. Die Thai-Priester flohen über
das rote Meer.
Kurz
darauf kam es zu einer Gruppierung einer neuen Priesterschaft,
die nicht so korrupt war wie die früheren, weil es
unter ihnen Männer gab, die GOTT als den höchsten
Herrscher anerkannten.
Diese
neue Priesterschaft nannte sich: ’Die Maurer’. Euer Wort
’Freimaurer’ stammt hiervon ab", erzählte die Stimme.
"Ich
habe noch eine Frage", sprach sie zu der Stimme: "Kannst
du uns sagen, was die Geräusche im Atlantischen Ozean
zu bedeuten haben, die man immer wieder hört? Schon
viele Taucher haben dieses Phänomen gehört. Manche
sagen, die Geräusche kämen von Bohrtürmen,
die in der Nähe sind. Andere meinen, die tektonischen
Platten würden sich verschieben. Was kannst du uns
darüber sagen?"
"Denkt
Ihr, Fische und andere Unterwassertiere würden miteinander
nicht kommunizieren?", sprach die Stimme. Aber das zu denken
entspringt wieder einmal der Arroganz vieler Journalisten.
Manche Unterwassertiere singen sogar. Ihre Stimmen hören
sich an wie Gitarren und Geigenklänge. Wieder andere
klingen wie Kinderstimmen.
Die
Meere sind verschmutzt, hinab bis an jeden Meeresboden.
Auch ihre Bewohner haben darunter zu leiden. Sie kommen
manchmal aus ihren Tiefen empor und schreien sich ihre Not
aus der Seele und dann hört ihr sie als Töne,
als rasselnde Ketten, knirschende oder wie klappernde Zähne,
die aufeinander mahlen und schlagen. Manche Tiere geben
unter Wasser Morsezeichen von sich, um mit Tieren aus anderen
Meeren zu kommunizieren. Dann hört ihr rhythmische
Klopftöne.
Die
Menschen denken, sie können Öl und chemische Abfälle
in die Meere kippen ohne an ihre Bewohner zu denken!
Glaubt
ihr wirklich, daß die Meere nur von für euch
eßbaren Wesen beherbergt werden? Die oberen Schichten
sind leergefischt, doch wenn ihr euch weiter vorwagt, werdet
ihr eine böse Überraschung erleben", mahnte die
Stimme.
"Manche
Wissenschaftler behaupten, daß unter der Sahara große
Wasserbecken liegen und man bräuchte sie nur anzuzapfen
-, stimmt das?", fragte Krister.
"Ja,
das stimmt! Es liegt unter der Sahara in einer Tiefe von
1400 Metern ein See, der so groß wie Frankreich ist.
Es gibt auch einen unterirdischen Fluß, der von Schweden
bis zum Bodensee fließt."
"Gibt
es in der Sonne einen Planeten?
Ich
habe davon gehört", wandte sich Luna nochmals an die
Stimme.
"Ja,
so einen Planeten gibt es. Ihre Bewohner sind eigens dazu
da, um dem Sonnengott zu dienen. Eine Parallele hierzu ist
die Erde. Auch in ihrem Kern, der einen Diamanten darstellt,
leben kleine Wesen zur Unterstützung der Erdseele.
Die Sonnenflecken, die ihr auf der Sonne seht, sind große
Landstriche und Städte."
"Das
ist doch totaler Unsinn!", rief Krister dazwischen. "Die
Oberflächentemperatur liegt bei fünftausend Grad
Celsius, darauf kann nichts und niemand leben!"
"Für
die Bewohner der Sonne haben diese Temperaturen keinen verzehrende
Eigenschaften."
"Dann
stimmt es also auch, daß manche großgeistige
Menschen sich in Planeten inkarniert haben?", fragte Luna.
"Ja,
das stimmt auch", antwortete die Stimme. "Es wird nun Zeit,
Abschied zu nehmen. Stellt euch in einem Kreis auf. Wir
wollen uns die Hände reichen und die Augen dabei schließen."
Sie
taten es und die Stimme sagte laut: "Friede sei in uns
allen!"
Das
"Spiel mit
den Atomen"
Sekunden
war es still. Jeder spürte eine Wärme, die von
den Füßen aufwärts bis zu ihren Köpfen
empor strahlte. Ein Lächeln breitete sich auf ihren
Gesichtern aus. Luna öffnete als erste ihre Augen und
sah gerade aus in die von Krister. Auch er lächelte
sie an und sagte leise in die Stille hinein: "Ich habe vorhin
etwas hochinteressantes auf dieser Tafel gelesen", und bei
diesen Worten nickte er mit seinem Kopf zu der Tafel links
hinter ihm. "So wie die Situation für uns hier unten
aussieht", sprach er leise weiter, "müssen wir uns
auf das Experiment einlassen."
"Welches
Experiment, Krister?", fragte ihn nun der Professor, der
nun seine Augen ebenfalls geöffnet hatte und Krister
ansah.
"Ich
erkläre euch hinterher alles, besser wäre es nun
zu beginnen."
Alle
nickten mit dem Kopf, auch Wigo, der inzwischen wie aus
einer Trance die Augen aufgeschlagen hielt, als Krister
ihnen kurz erklärte was er mit ihnen vor hatte.
Also
stellten sie sich geschlossen in einem Kreis vor die hintere
Wand.
"Vielleicht
sollten wir einfach durch die Wand gehen?", sagte Wigo,
"ich habe so was ähnliches schon mal im Fernsehen gesehen."
"Hast
du?", antwortete Krister herablassend.
"Sie
brauchen gar nicht so zu reden", sagte Wigo. "Es stimmt,
was ich sage!"
"Natürlich
Wigo, dann kannst du doch wenigstens schon mal deinen Arm
durch die Wand stecken."
Wigo
nahm seine Hand hoch, zögerte, schaute an die Decke
und sah wie das pulsierende Licht auf seinen Handrücken
fiel. Verwundert darüber legte er die Hand an die Wand
und drückte sachte gegen sie. Und Unglaubliches geschah.
Da drehte sich der Kreis der Anwesenden anfangs wenig, aber
mit jeder Drehung immer schneller und schneller, bis es
nur ein wirbelnder Lichtsog wurde der sich in Nichts auflöste.
"Sind
wir jetzt auf der anderen Seite des Tempels?", wollte Wigo
wissen.
"Ja,
ich glaube", sagte Luna.
"Was
war das für ein Spiel?"
"Ich
nehme an, das ’Spiel mit den Atomen’", lächelte vielsagend
der Professor. "Ich muß direkt mal kontrollieren,
ob auch alles noch am selben Platz sitzt wie vorhin", schmunzelte
er und dabei schaute er an sich hinunter und befühlte
seinen Körper.
Krister
war schon wieder weiter gegangen und rief die anderen zu
sich. Als sie kamen, fragte er: "Eine kleine Reise gefällig?"
Als
die anderen näher kamen, trauten sie ihren Augen nicht:
Sie sahen ein großes, 12eckiges, kugelförmiges
’Ding’, das oben abgeflacht und durchsichtig war.
Krister
hielt seine Hand zur Kuppel empor und sie öffnete sich.
Zwölf komfortable Sitzplätze kamen zum Vorschein.
Er stieg als erster ein. Die anderen folgten ihm beherzt.
Dann erhob sich das Gefährt mit leichtem singenden
Ton und schwirrte durch den Raum. Kurz darauf stand es abrupt
still und schoß dann wie der Pfeil davon.
Im
Innern der Kuppel flitzten Lichtstrahlen hin und her und
die äußere Kugel wurde ultrablau, dann zerplatzte
diese, und ein Stern, der ultraviolett aufleuchtete, flog
durch jede Materie.
Fortsetzung
folgt ... (Reise durch Dimensionen).