Wigo
- Die Liebe stirbt zuletzt!
von
Marleen van Barneveld
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Wigo,
Luna und Professor Gustav Rosebär befinden sich derzeit
in Ägypten. Sie finden dort hochgradiges Wissen und
die Entschlüsselung zahlreicher Geheimnisse. Das Altertum
Ägyptens ist gleichzeitig ein Schlüssel zur Zukunft.
Wigo, Luna und der Professor erfahren dort, wie Vergangenheit
und Zukunft in dieser Hinsicht eins werden können.
"Mein
Name ist El Aha..."
Die
Kabine hatte ihre Fahrt beendet. Die Tür schwang auf
und Anders und der Professor stiegen aus.
"Haben
Sie so etwas schon mal gesehen, Anders?"
"Riechen
Sie das auch, Professor?"
"Ja,
das ist Akazie", stellte Rosa fest.
"Sehen
Sie mal den Boden und die Wände. Alles ist rund. Und
diese Farbenpracht", staunte Anders.
"Ja,
es sind alle Farben vorhanden", wunderte sich der Professor.
"Und die Oberfläche hier erinnert mich an ein
Kaleidoskop."
"Was
die Linien wohl zu bedeuten haben, Professor?", fragte
Anders.
"Sie
sind in 12 gleiche Stücke aufgeteilt. Sehen Sie, sie
rotieren sogar", sagte Anders nachdenklich. "Ich
habe so etwas schon mal gesehen!"
"Das
ist das Herz-Chakra eines Menschen", hörte
er eine Stimme hinter sich sagen.
Anders
blickte sich um und schaute in ein freundliches Männergesicht.
Dieser streckte seine Hand entgegen und machte eine einladende
Handgeste, sie zu begleiten.
"Kommen
Sie meine Herren. Sie werden schon erwartet", sagte
er und ging in ihrer Mitte mit ihnen weiter.
"Ja,
genau das sagte ich zu Anders auch bereits, daß wir
erwartet werden. Allerdings hätten Sie uns den Weg
zu Ihnen erleichtern können."
"Oh
nein, Professor. Wer uns finden möchte, muß schon
Kraft und guten Willen zeigen und auch eine gehörige
Portion Unternehmungsgeist und vor allen Dingen darf er
nicht bei jedem Stolperstein die Flinte ins Korn werfen.
Mein Name ist El Aha", erklärte er äußerst
freundlich und lächelte dabei Anders und Rosa herzlich
an.
Vor
einer der Säulen blieben sie stehen. El Aha hob seinen
Arm und aus seiner Handfläche kam ein hellblauer Strahl,
der die Säule öffnete. Überrascht stiegen
sie ein und der Fahrstuhl surrte nach oben.
Oben
angekommen gingen sie einen Flur entlang. Die Wände
sahen wie Rubine aus und strahlten angenehme Wärme
ab.
"Treten
Sie ein! Kommen Sie, Professor, legen Sie sich doch einmal
bitte hier auf die Liege, ich möchte Ihren Arm genauer
ansehen."
Als
der Professor sich auf die Liege legte, fühlte er sich
sofort viel wohler.
"Bleiben
Sie einen Moment liegen und schauen Sie bitte in das weiße
Licht, das aus der Decke kommt".
Anders
sah, wie der Professor in blau, rot und violettes Licht
eingehüllt wurde. Die Farben vermengten sich untereinander
und ließen sich vom Körper des Professors einsaugen.
Kurz
danach verschwand das Licht und der Professor lachte und
stand munter auf.
"Ein
Wunderapparat! Selten habe ich mich so wohl gefühlt
wie hier nach den paar Sekunden dieser kurzen Behandlung.
Und meinem Arm geht’s auch wieder gut! Vielen Dank!",
freute er sich und ging strahlend auf El Aha zu.
"Ich
freue mich, daß es Ihnen wieder gut geht, Rosa. Dann
können wir gehen..."
Schockierende
Zukunftsaussichten
Am
Ende des Ganges gingen sie durch eine Tür, die sich
lautlos aufschwang und sie betraten einen achteckigen Raum.
El Aha ging einfach durch die Wand und forderte die beiden
auf, dasselbe zu tun!
Sie
kamen in einen anderen Raum. Dort standen Regale überladen
mit Büchern.
"Eine
große Bibliothek haben Sie hier", meinte der
Professor und ging auf die Regale zu.
"Darf
ich mal ein Buch herausholen?", fragte er El Aha. Dieser
schmunzelte und sagte: "Gerne doch, bedienen Sie
sich nur!"
Der
Professor griff nach einem beliebigen Buch. Er drehte es
in seiner Hand um, so, daß der Deckel nach oben schaute.
Auf dem Buchdeckel war merkwürdigerweise so etwas wie
eine ovale Scheibe eingelassen. Als er mit den Fingern über
diese Folie strich, sah er Konturen, die sich zu einem Bild
aufbauten.
Angespannt
konzentrierte er sich, um das Gesehene klar zu erkennen.
Das Bild formte sich zu einem Himmel, an ihm standen viele
Raumschiffe. Unten auf der Erde stand eine Menschengruppe.
Die Menschen blickten nach oben und beobachteten, wie die
Raumschiffe einen senkrechten weißen Strahl zum Erdboden
sandten, der unten angekommen sich wie ein runder Teppich
ausbreitete. Einige der Menschen stellten sich dann auf
den Lichtteller und sie stiegen federleicht durch die Luft
nach oben. Dann erlosch das Licht, das Raumschiff schoß
wie ein Blitz davon und wurde unsichtbar. Bestürzt
und irritiert schaute der Professor auf und blickte in die
Augen von El Aha.
Dann
blickte er wieder auf das Buch und sah jetzt Island. Die
meisten Gletscher hatten sich zurückgebildet und Wassermassen
hatten die Fjorde und Küstenstreifen unter Wasser gesetzt.
Der Professor war entsetzt.
Anders
sah das mit bestürzen und stellte sich zum Professor,
so daß er über seine Schultern ebenfalls auf
das Buch sehen konnte. Sie sahen nun Alaska mit seinen Pipelines.
Die waren an vielen Stellen gebrochen. Das Öl floß
in breiten Bächen aus den Leitungen und sickerte überall
in den Boden. An manchen Stellen stand das Öl schon
hoch und bildete große Seen über weite Flächen.
Die
Bilder auf der Folie verschwammen und es baute sich ein
neues Bild auf. Es erschienen verschiedene Gebirge. Sie
erkannten die Rocky Mountains und freuten sich bei diesem
herrlichen Anblick. Dann sah man die Alpen und einige Skifahrer.
Das Bild veränderte sich wieder. Sie sahen erneut die
Rockys, wie sie wie im Wind verwehten. Dasselbe geschah
mit den Alpen und auch sie wurden wie in die Erde eingesogen.
Die Bilder verwischten.
Der
Professor war sprachlos, er konnte das Geschaute nicht fassen.
Abermals
blickte der Professor auf das Buch. Da erschien England,
vibrierend unter Erdbeben. Die ganze Insel wurde hin- und
hergeschoben, zerbrach in zwei Teile und ging in einer unvorstellbaren
Flut unter. "Aber", sagte der Professor mit belegter
Stimme, "was ich sah, ist ganz unmöglich!"
Er
stellte das Buch in das Regal zurück, ging zu einem
Sessel und setzte sich ergriffen. Seine Gedanken ließen
das Erlebte noch mal Revue passieren.
"Sie
haben ein wenig in die Zukunft blicken können, Professor!"
sagte El Aha. "Früher oder später werden
diese Dinge geschehen!"
"Was,
was heißt das, früher oder später?",
fragte Anders verdattert.
"Die
positiven Gedankenschwingungen, die einige der friedliebenden
Menschen hier auf Erden ausstrahlen, werden wohl die kommende
Erdkatastrophe verzögern können, aber aufhalten
keineswegs. Denn die negativen Mächte sind in der letzten
Zeit zu stark geworden. Ich sage das nur sehr ungern, weil
ich Ihnen nicht die Hoffnung nehmen will. Aber dennoch,
wenn wir die kommenden Dinge sachlich ins Auge fassen, dürfen
wir doch feststellen, daß sich in den letzten 2000
Jahren mehr Disharmonie als Harmonie auf Terra freigemacht
hat, und darum wird es zu weit mehr kommen als Sie bisher
gesehen haben, Professor", sagte er bedrückt.
"Ja,
es sieht nicht rosig aus auf Mutter Erde und wie ich meine,
steht der 3. Weltkrieg vor der Tür!"
Darauf
gab El Aha keine Antwort, sondern sagte: "Ich möchte
Sie zum Essen einladen und dann dafür sorgen, daß
Sie wieder an den Ausgangspunkt zurück gebracht werden."
"Wenn
ich Sie fragen würde, El Aha, wo wir uns hier zur Zeit
befinden, würden Sie mir dann eine Antwort geben?"
Selbstverständlich,
bitte kommen Sie beide mit", sagte er einladend,
"kommen Sie, wir gehen in den nächsten Raum.
Da zeige ich Ihnen, was Sie bestimmt interessant finden
werden."
"Wir
können jedes Gespräch hören, das geführt
wird..."
Sie
traten auf den Flur und El Aha ging durch die nächste
Tür. Er hob seine Hand und bewegte sie nach links und
rechts. Dadurch öffnete sich die Wand und ließ
einen Bildschirm frei werden.
"Erstaunlich,
erstaunlich!", rief Rosa aus, als er dann bekannte
Bilder sah.
"Wann
haben Sie denn das gedreht?", fragte Anders El Aha.
"Wir
sind technisch in der Lage, lieber Anders, mit unseren Geräten
in jedes Zimmer auf dieser Erde zu schauen. Und nicht nur
das, wir können beispielsweise auch den ganzen menschlichen
Körper durchsehen, jedes einzelne Organ betrachten
und so einen möglichen Krankheitszustand erkennen.
Wir können jedes Gespräch hören, das auf
der Erde geführt wird. Wir kennen alle Strategien,
die Politiker auf Terra am ausklügeln sind!"
Der
Professor trat näher an die Bildwand heran und sah
Luna, Wigo und die anderen zwei Herren auf den Mosesberg
stehen, um den Sonnenaufgang zu bewundern.
"Dann
bleibt Ihnen also überhaupt nichts verborgen, wie ich
sehe und höre", folgerte der Professor nachdenklich.
"Und
wo befinden wir uns also hier genau, El Aha?"
"Wir
sind im Mosesberg", sagte El Aha.
"Wir
sind bereit in die Schlacht von Harmagedon einzugreifen.
Dann wird sich dieser Berg öffnen und wir werden in
Aktion treten."
"Aber
das ist doch nur ein Begriff aus der Bibel, so etwas findet
doch nicht tatsächlich statt", meinte Anders.
"Sie
meinen, Harmagedon ist eine Fabel? So wie in etwa die Geschichte
von Adam und Eva?"
"Ja,
ich denke mal", antwortete Anders nun doch etwas unsicher.
"Ihre
augenblickliche Weltsituation ist gefährlicher, als
Sie sich vorstellen können", erwiderte El
Aha. "Die Politiker und Kriegsexperten können
diese Situation nicht überblicken, weil sie hinsichtlich
der Harmagedonschlacht fast gar nichts wissen, denn sie
interessieren sich nicht für religiöse oder übersinnliche
Tatsachen.
Doch
die alten Propheten konnten die bevorstehende Harmagedonschlacht
sehr gut ahnen, weil dieser Kampf bereits im Gange war.
Er hat sich in den letzten Jahrtausenden zunehmend verstärkt
und schließlich seine unheilvollen Schatten auch über
die Erde geworfen.
Der
Oberbefehlshaber dieser Schlacht ist zweifellos Satan. Doch
wer glaubt schon, daß es einen Teufel in Person gibt?
Ich
jedenfalls kann allen den Rat geben, Satan nicht zu unterschätzen.
Er ist sehr gefährlich. Und wer diese Gefahr nicht
erkennt, noch an sie glaubt, gerät in eine gefährliche
Sorglosigkeit, die ihn materiell und geistig ruiniert.
Schon
in den letzten Jahren griff die Harmagedonschlacht auf die
materielle Erde über. Und darum hat die Menschheit
bislang unter Kriegen und Krankheiten gelitten."
"Dann
wäre es doch wohl an der Zeit, daß sie hiervon
ein Ende machen, El Aha?"
"Lieber
Anders, wenn wir uns in die Belange der Erdenmenschheit
einmischen würden, dann hätten wir wieder dasselbe
Szenario wie heute, das die Menschheit durch Doktrinen und
Diktatoren zu geistigen Sklaven macht."
"Aber
ist es nicht so, daß es immer Menschen geben wird,
die ihre Verantwortung an solche abgeben, die in der Lage
sind, Verantwortung zu übernehmen und daß Leute,
die sich solchen untergeben, es ganz normal finden, weil
es ihnen dadurch gut geht?"
"Das
wäre doch nur eine Verschiebung der Verantwortung und
nach dem Ableben eines jeden hier auf Erden kommt die Stunde
der Abrechnung. Was werden sie dann sagen, wenn sie danach
gefragt werden, wie sie auf Erden gehandelt haben?
Überlegen
Sie sich das einmal! Was werden diese antworten, wenn sie
gefragt werden, was sie aus ihrem Leben gemacht haben?
Glauben
Sie mir, mit Ausflüchten kommen sie im Jenseits nicht
weiter. Es ist wie in der Schule. Wenn sie am Ende der Stunde
immer nur die Fehler ihres Nachbarn übernommen haben,
weil er ihnen was vorschrieb, dann werden beide den Aufsatz
noch mal schreiben und zwar getrennt."
"Und
das würde eine neue Reinkarnation bedeuten", stellte
Anders fest.
"Wo
fängt eigentlich das Jenseits an, El Aha?"
"Direkt
neben Ihnen, Anders. Halten Sie sich einmal die Hand vor
Augen. Ja so, und nun gehen Sie mit derselben Hand ein wenig
von Ihrem Gesicht weg, und...? Was sehen sie?"
"Vier
Finger und einen Daumen und die Handinnenfläche und..."
"Sehen
Sie denn gar nicht ihre Aurafarben, die sich entlang den
Fingern und der Hand zeigen?"
"Nein!",
antwortete Anders erstaunt und drehte dabei seine Hand hin
und her.
"Haben
Sie denn eigentlich schon bemerkt, daß die ganze Zeit
Ihr Schutzengel hier neben Ihnen steht?", fragte
ihn El Aha.
"Nein!",
rief Anders erstaunt aus.
"Und
genau da, wo Ihr Schutzengel steht, da fängt das Jenseits
an, Anders!"
Anders
nickte versonnen mit seinem Kopf und sagte: "Danke,
das haben Sie mir gut erklärt, El Aha."
"El
Aha, dürfte ich Ihnen einmal eine Frage zur Dematerialisierung
stellen?", mischte sich der Professor in das Gespräch
ein.
"Bitte,
fragen Sie nur, Professor."
"Wir
sind vorhin durch die Wand gegangen, wie war das überhaupt
möglich?"
El
Aha sah den Professor an und bat ihn und Anders in einer
kleinen Sitzecke Platz zu nehmen.
"Entschuldigen
Sie bitte", sagte El Aha. "Aber Ihr geistiges
Wissen ist sehr begrenzt. Ich werde also versuchen mit recht
einfachen Worten Ihnen eine Dematerialisierung zu erklären.
Sie beruht eigentlich nur auf höchste Geschwindigkeit
der kosmischen Strahlungen. Ihnen sind diese Strahlungen
bekannt durch das Atom.
Wenn
man sich nämlich die Frage stellt, welche Kräfte
halten Proton und Neutron zusammen, dann erklärt die
Wissenschaft es mit dem Pion, das zwischen die Nukleone
hin- und hersaust, und diese Kraft kommt aus dem Kosmos.
Diese
kosmische Kraft bringt ’feste Materie’ zum Schwingen, obgleich
wir das mit dem irdischen Augen nicht sehen können.
Und je höher die Schwingungszahl ist, umso unsichtbarer
wird für euch alles!"
"Das
würde ja bedeuten, daß es keine tote Materie
gibt", meinte Anders.
"Ja,
so ist es, denn in allem Geschaffenen ist ein geistiger
Teil verdichtet, in einem größerem Volumen zusammengedrängt
und durch dieser Zusammensetzung entsteht alles was ihr
Materie nennt", erklärte El Aha weiter.
"Bis
zur Entdeckung der Atome im 20. Jahrhundert bestand bei
den Wissenschaftlern die Auffassung, daß der Stoff
erstarrt ist. Niemand ahnte, daß in Holz, Glas, Stein
oder Eisen, unerkannt von irdischen Sinnen, eine turbulente
Bewegung herrscht. Heute weiß die Wissenschaft, das
Protonen mit Frequenzen schwingen. Jedes Molekül, ja
überhaupt jedes Partikelchen übt eine Schwingung
aus."
"Lieber
El Aha", sagte der Professor: "Sind Sie auch meiner
Meinung, daß Licht Materie ist? Ich meine damit, die
Esoteriker sagen, daß Gott Licht ist. Wenn aber Gott
Materie ist, kann er nicht Geist sein?"
"Ja,
wenn es so wäre, Professor", sagte El Aha,
"dann müßte ich Ihnen Recht geben. Licht
ist nicht nur Materie sondern auch Schwingung. Das heißt,
daß Licht sich auf kleinsten Raum beschränken
kann und sich gleichzeitig als Welle rund um den Erdball
bewegen kann. Diese Doppelnatur zeigt, daß Licht zwei
verschiedene Erscheinungsformen beinhaltet und das wiederum
stellt die Realität der Materie als festen Gegenstand
in Frage.
Sehen
Sie, Professor: Das Licht, das Sie mit Ihren Augen sehen
können, ist nicht das Licht, das den Schöpfer
ausmacht. Der Schöpfer ist ein anderes Licht, das Sie
nicht erkennen können und das doch vorhanden ist.
Gedanken
zum Beispiel sind unsichtbares Hyperlicht, Elektronen ohne
materiellen Mantel, die ihre Schwingungsrate mindern können
und die sich mit Überlichtgeschwindigkeit bewegen.
Dies nennen wir elektronische Lichtsubstanz, die alle Formen
aufbaut mit unterschiedlichen Vibrationsstufen, reine Energie,
reiner Geist, unzerstörbar, unteilbar und ewig; im
Gegensatz zu Atomen, die keine ewige Lebensdauer besitzen
und nach bestimmten Zeiträumen zerfallen."
"Ja,
ich verstehe", sagte Rosa. "Für das materielle
Denken auf der Erde kann ein Ding nur da sein oder nicht.
Aber das beides zugleich wirken soll ist wohl wieder zu
hoch für unseren geistigen Horizont."
"Ich
habe noch eine Frage bezüglich des Atoms, El Aha",
sagte Anders.
"Sie
sagten vorhin, daß ein Pion durch die kosmische Kraft
Gottes Nukleone in Bewegung setzen. Das würde dann
ja heißen, daß ein Atom eine Seele hat?"
"Anders,
ich würde eher sagen, daß ein Atom durch Gottes
Geist beseelt ist."
"Ja",
erwiderte Anders nachdenklich.
"Meine
Herren, haben Sie noch Fragen an mich? Wenn nicht, dann
möchte ich Sie zum Abschluß Ihres Besuches hier
zum Essen einladen und dann wieder zu Ihrem Ausgangspunkt
zurück bringen lassen.
Ich
stelle an Ihrem Gesichtsausdruck fest, lieber Professor,
daß Sie davon gar nicht erbaut sind?"
"Nun,
ich habe es genossen hier zu sein. Doch habe ich auch gehört,
daß nach einem, sage ich mal, außerirdischen
Ausflug, die Gäste sich an nichts mehr erinnern konnten
und nun frage ich mich, ob uns dasselbe passieren wird?"
"Keineswegs",
sagte El Aha. "Wir legen Wert darauf, daß
Sie sich sehr genau an alles erinnern und auch das weitererzählen,
was Sie hier erlebt und gesehen haben."
Dann
ging er auf Anders und den Professor zu, schüttelte
ihnen die Hand und verabschiedete sich.
Rosa
bedankte sich: "Es war überaus interessant mit
Ihnen zu plaudern. Wir sehen uns vielleicht nie wieder und
darum erlaube ich mir, Sie zu umarmen!"
Und
während er das tat, öffnete sich die Tür
und eine schlanke braunhaarige Frau kam in den Raum. Sie
strahlte Freude und Herzlichkeit aus. Sie ging auf die zwei
zu, nickte etwas mit ihrem Kopf und sagte dann: "Bitte
kommen Sie. Ich möchte ihnen unseren Speiseraum zeigen."
Der
Professor drehte sich beim Hinausgehen noch einmal kurz
um und lächelte El Aha zu. Dann trennten sie sich.
Neue
Reisepläne
Anders
und der Professor kamen durch die Tür des Speisesaals
des Kloster und sahen, daß Luna und Krister an einem
Tisch saßen.
"Warten
Sie mal, Professor", meinte Anders und zog ihn ein
wenig am Ärmel. Der Professor drehte sich zu Anders
um und sagte: "Ja, was haben Sie denn auf ihrem Herzen,
Anders?"
"Rosa,
ich glaube, Luna und Krister haben wichtige Dinge mit Ihnen
zu besprechen. Ich geh’ mal lieber in mein Zimmer und komme
später wieder."
Der
Professor wollte etwas erwidern, aber Anders winkte ab,
drehte sich um und ging den Flur hinunter.
Der
Professor war an den Tisch getreten und gab den beiden die
Hand zur Begrüßung. Dann setzte er sich, rieb
sich die Hände und sagte schmunzelnd: "Ihr werdet
das nicht glauben, was Anders und ich erlebt haben!"
Er
wippte auf seinem Stuhl hin und her und sagte: "Ich
freue mich einfach tierisch, daß wir das erleben konnten",
und klatschte dabei vor Freude in die Hände und schaute
die zwei an.
"Na,
was ist? Was wollt ihr mir denn sagen."
"Krister
möchte sich unserer Expedition anschließen",
sagte Luna.
"Und
Wigo ist sicherlich damit einverstanden", fragte Rosa.
"Wigo
geht mit Harald und Anders nach Schweden."
"So,
die gehen nach Schweden", sagte der Professor nachdenklich.
"Ja,
gut. Es soll mir recht sein, Luna. Ist Wigo in seinem Zimmer?"
Luna
nickte mit dem Kopf.
"Ich
gehe ein wenig frische Luft schnappen, Leute", sagte
er und ging nach draußen auf die Veranda.
"Ja
welch ein Zufall", rief er und ging auf Wigo zu, der
in einem der Liegestühle lag. Er setzte sich neben
ihn auf einen Stuhl und sagte:
"Wir
haben gerade über dich gesprochen, Wigo. Ich hörte
eben, du gehst mit Harald und Anders nach Schweden?"
Wigo
erwiderte darauf nichts und schaute nur so vor sich hin.
"Ja
was ist denn los, mein Junge?" Er nahm seine Hand und
stupste ihn an.
Wie
in Trance antwortete Wigo:
"Ich
weiß nicht, was los ist, Rosa. Aber ich werde das
Gefühl nicht los, daß ich hier weg muß."
Er
schaute ihn an und überlegte. Doch bevor Rosa eine
weitere Frage stellen konnte, sagte Wigo:
"Ich
habe einen Fehler gemacht. Ich hätte niemals Luna kennen
lernen dürfen, das hat meine Situation nur noch mehr
verschlimmert."
"Aber
Junge!"
"Nein
Professor! Es ist so! Ich fühle mich als das fünfte
Rad am Wagen", sprach er leise vor sich hin.
"Du
hast ja Liebeskummer, Wigo!", rief der Professor überrascht
aus. "Wie kommst du denn dazu? Wigo, was machst du
für Sachen", lachte er schmunzelnd.
"Na
ja, dann ist ja alles wieder klar. Natürlich gehst
du nicht nach Schweden, Junge. Du kommst mit mir!",
rief er.
"Und
jetzt steh’ auf! Wir gehen ein Stück, ich habe dir
was zu erzählen. Und morgen machen wir der Sphinx einen
Besuch. Ich gebe dir noch eine Liste, was du besorgen mußt."
Wigo
stand auf und spazierte schweigend mit dem Professor ein
Stück in die Wüstenlandschaft hinein.
"Ich
habe von den anderen gehört, daß du wieder ein
UFO-Erlebnis hattest, Wigo."
"Ja,
das stimmt, Rosa!"
"Ich
würde vorschlagen, mein Junge, wir machen eine kleine
Übung, damit du gegenüber außergewöhnlichen
Dingen wie diese wenigstens etwas gefeit bist!"
Der
Professor nahm einen Stein vom Boden auf und zeichnete einen
großen Kreis in den Sand. Dann rief er Wigo zu sich
und wies ihn an:
"Stell
dich da mal rein. So, jetzt denkst du dir, du hättest
auf deiner Stirn ein Kreuz das violett aufleuchtet und pulsiert.
Und jetzt nimmst du deine Arme hoch, legst die Hände
ineinander und bildest aus Zeigefinger und Daumen ein Dreieck.
Ja so. Und nun legst du dieses Dreieck an deine Stirn und
rufst jene göttliche Wesenseinheit an, von der du meinst,
sie könnte dich in jeder Gefahr beschützen.
Und
nun blitzschnell und mit großer Energie reißt
du das Dreieck von deiner Stirn weg und schleuderst es in
die Richtung, aus der die Gefahr droht."
"Wigo
wollte gleich aus den Kreis austreten, doch Rosa sagte:
"Nein,
nein Wigo, bleib stehen, wir müssen das erst besser
üben. Und denke auch immer daran, daß kein Haß
in dir aufkommt, sondern immer nur Liebe. Denn Liebe hat
die höchste Licht-Schwingung, daran muß einfach
jeder negative Gedanke kapitulieren."
Und
so blieben die beiden noch etliche Stunden zusammen um zu
reden und um zu lernen.
Aufbruch
zur Sphinx
Die
Dämmerung war schon hereingebrochen. Wigo und der Professor
waren zum Kloster zurückgekehrt. Im Speisesaal waren
fleißige Hände gerade dabei, die Tische zu decken,
als Wigo und Rosa auf ihren Tisch zugingen.
"Wir
sind die ersten, lieber Freund", sagte er zu ihm. Doch
nicht lange und Luna, Harald, Anders und Krister tauchten
auf und nahmen ebenfalls ihre Plätze ein.
"Den
ganzen Tag seit ihr in der Wüste gewesen", begann
Anders das Gespräch: "Ich wundere mich, Professor,
daß Sie überhaupt nicht müde sind!"
"Ich
hatte heute sogar einen vorzüglichen Tag, Anders, und
es würde mich nicht wundern, wenn das zusätzlich
von der guten Behandlung meines verstauchten Armes bei El
Aha kam", meinte er lachend.
"Ach
ja, Ihre Behandlung. Stimmt lieber Professor, das wird’s
gewesen sein!" Und bei diesen Worten lächelte
auch er.
"Wie
ich von Krister erfahren habe, wollen Sie morgen die Sphinx
besuchen", fragte Harald den Professor.
"Ja,
das haben wir vor."
"Was
meinen Sie denn bei der Sphinx vorzufinden, Professor? Bis
jetzt ist jeder Stein schon untersucht worden. Glauben Sie
mir, lieber Freund, worüber Sie nachdenken, das gibt
es nicht!"
"Ich
bin da anderer Meinung, Harald!"
"Aber,
aber, lieber Freund, Sie werden doch nicht den Worten eines
neuzeitlichen Propheten glauben, dessen Vorhersagen wieder
mal nicht eintreffen", erwiderte Harald süffisant.
"Nun,
Sie wissen ja: wenn man einmal was gehört hat erwacht
die Abenteuerlust in einem und man schlägt jeden gut
gemeinten Ratschlag aus", argumentierte der Professor
in einem Unterton, in dem eine gewisse Resignation sprach.
"Wir
gehen morgen in aller Hergottsfrühe weg und darum möchte
ich mich jetzt schon bei Ihnen allen verabschieden und Ihnen
eine gute Nacht, einen guten neuen Morgen und eine gute
Heimreise wünschen! Bleibt es dabei, daß Sie
uns begleiten Krister?"
Dieser
nickte mit dem Kopf und daraufhin sagte der Professor: "Dann
treffen wir uns morgenfrüh um 6:00 Uhr hier auf der
Terrasse, abmarschbereit!"
Fortsetzung
folgt ... (Im unterirdischen Tempel
der Sphinx).