UFO-Nachrichten

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Wigo - Die Liebe stirbt zuletzt!
von Marleen van Barneveld

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Folge 27

 

Wigo, seine Freunde und Cisko besuchen den geheimnisvollen Untersberg. In einem unterirdischen Gang wurden sie von einer übergroßen Spinne angegriffen. Keiner hatte mit einem solchen Zwischenfall gerechnet. Doch das sollte keineswegs der Höhepunkt dieses Abenteuers im Berg gewesen sein ... das unfassbare Abenteuer beginnt erst jetzt ...

Cisko weiß mehr!

„Warum hat uns denn diese Kreatur angegriffen?“, rätselte Andrea mit sich selbst.

„Wahrscheinlich weil unsere Anwesenheit jemanden stört oder sogar bedroht“, entgegnete Cisko.

„Du meinst doch wohl damit nicht, dass diese Bestie eine Art Wächterposition gegen Eindringlinge eingenommen hat?“ Fragend und skeptisch zugleich schaute der Professor den Cisko an. In dessen Gesicht konnte er nicht die kleinste Regung erkennen.

„Was dem jetzt wohl im Kopf umhergeht“, dachte Rosa, als er ihn weiterhin scharf musterte. „Und...? Warum antwortest du darauf nicht Cisko? Na gut! Schweigen ist auch eine Antwort! Also du bist davon überzeugt, dass diese Bestie intelligent handeln kann. Entzückende Aussichten, aber ich glaube an solche Ammenmärchen nicht!“

Seiner Stimme konnte man anmerken, dass er wegen der Schweigsamkeit Cisko’s ärgerlich war. Er hatte sich erhoben und war schon zwei Schritte gegangen, da vernahm er doch noch die Stimme Cisko’s: „Wartet wir es ab, bis wir tiefer ins Erdinnere kommen!“

Rosa wirbelte herum! „Hörte ich eben eine menschliche Stimme die zu Cisko gehört oder bin ich einer Fata Morgana aufgesessen.“ Er lachte glucksend in sich hinein und ging weiter.

Etwa eine Stunde waren sie nun schon unterwegs. Sie hatten nicht die geringste Ahnung, wo sie sich gerade befanden. Kühle Luft schlug ihnen mehrfach entgegen, aber Licht sahen sie nicht. Dann hörten sie ein Dröhnen und Donnern. Es wogte auf und ab wie im Rhythmus eines Trommelschlages immer wiederkehrend: Bing-bang, Bing-bang...

Plötzlich endete ihr Weg vor einer steilen Felswand. „So, jetzt geht’s hier erstmal nicht weiter“, stellte der Professor fest. „Auch gut, ich brauche sowieso mal eine längere Pause. Meine Füße tun mir weh. Bestimmt habe ich mir ein paar kräftige Blasen gelaufen.“

Er setzte sich auf den felsigen Boden und Lissa hockte sich neben ihn und klagte, dass ihr alle Glieder wehtun würden. Er legte seinen Arm um ihre Schultern und zog sie zu sich heran. „Komm, mein Mäuschen! Ruh’ dich an mir aus! Die Nacht werden wir hier sowieso verbringen müssen wenn kein Wunder geschieht.“

Die anderen waren unschlüssig stehen geblieben, nur Cisko war unbemerkt weiter gegangen. Luna sah wie er im Dunkel der Höhle verschwand. Sie und Andrea blieben auch stehen. Luna schaute sich um. Die Höhle war zwar dunkel, aber durch den Schein der großen Taschenlampen, die die anderen brennen hatten, konnte sie doch so einiges erkennen. Zum Beispiel, dass die Wand einen kleinen Spalt hatte. Nicht besonders groß, aber immerhin war diese Wand nicht ganz geschlossen, wie der Professor es vermutet hatte. Wahrscheinlich kam von dort die kühle Luft, die sie alle vorhin gespürt hatten?

Cisko war zurückgekommen.

„Aufstehen, wir gehen weiter“, befahl Cisko in einem etwas herrischen Ton. Rosebär sah ihn erstaunt an und eine nie da gewesene Wut kroch plötzlich vom Bauch aus in ihm hoch. „Was bildet der sich denn ein“, dachte er. „Erst verschwindet der heimlich in der Höhle. Ja ja, er hat wohl gedacht, ich würde das nicht bemerkt haben, aber meine Augen sind überall!“ Langsam nahm er seinen Arm von Lissa’s Schulter und stand auf. Sein Mund war vom Zorn verkniffen als er zu ihm sagte: „Wenn du willst, gehst du weiter, ich bleibe hier, verstanden?!“

„Sag’ das nie wieder zu mir!“

Dann setzte er sich wieder neben Lissa nieder. Wigo trat zu ihm hin, schaute ihn grinsend an und meinte: „Berlin!“ Wie von einer Tarantel gebissen schnellte Rosa von seinem Platz hoch und sprang auf Wigo zu.

„Was willst du?“ Er packte Wigo mit eisernem Griff an der Brust und knüllte sein Hemd zwischen den Fingern zusammen und zog ihn dicht zu sich heran. Dann fauchte er ihn an: „Sag’ du nie wieder ’Berlin’ zu mir!“

Mit der anderen Hand ballte er eine Faust und wollte sie dem Jungen ins Gesicht stoßen. Luna schrie laut auf: „Auseinander, wollt ihr wohl auseinander gehen!“

Auf halben Wege, ließ der Alte seine Faust in der Luft stehen. Dann zischte er zwischen zusammen gepressten Lippen: „Noch ein Wort, und ich poliere dir deine dämliche Visage, Wigo!“

„Schlag doch zu, alter Löwe“, antwortete Wigo dem Alten gelassen. In seinem Gesicht regte sich kein Muskel. Wigo’s Augen blickten den Professor mit eiskalt an.

Rosa schluckte. Plötzlich war er sich nicht mehr so sicher, ob er dem Jungen seinen Frust ins Gesicht schlagen wollte. Lag es an Wigo’s Augen oder an diesem seltsamen Gefühl, das plötzlich unerwartet über ihn gekommen war? Oder war es beides? Eine unheimliche Furcht stieg in ihm hoch vor etwas, das er nicht erfassen und sehen konnte. Wortlos ließ er Wigo los und ging zur Wand zurück.

Lissa hatte ihre Hände ihm entgegen gestreckt. In diesem Moment beachtete er sie gar nicht. Zu sehr war er noch mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt. Er runzelte seine Stirn, als er sich bückte und seine Sachen aufhob. Zwischen seinen Zähnen murmelte er Lissa etwas zu, das die anderen nicht verstehen konnten. Jedenfalls stand sie auf und stellte sich neben ihn.

Wigo hatte sich nach diesem Vorfall etwas abseits gehalten um auf Cisko zu warten. Sollte der Alte doch denken was er wollte. Für ihn war diese Sache gegessen. Er war jetzt mal hier und wegen der üblen Launen des Professors würde er sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. „Ha, wenn der wüsste“, dachte Wigo.

Ein hartes Grinsen huschte über seinen zusammengekniffenen Mund. Andrea hatte in der ganzen Zeit nichts gesagt. Sie war geschockt. „Wie kann nur ein so gebildeter Mann sich so gehen lassen?, dachte sie. Kopfschüttelnd und demonstrativ gesellte sie sich auf die Seite ihres Bruders um den anderen ihre Loyalität zu zeigen.

Rosa schaute Wigo mit zusammen gekniffenen Lippen an. Sein Blick war immer noch grimmig als Luna sagte: „Seit wann kannst du keine Späße mehr ertragen? Sage mal Rosa, was ist denn in dich gefahren?“

„Nichts“, knurrte er kurz angebunden. Und Luna ermahnte in die Runde: „Ihr werdet euch jetzt vertragen. Wir müssen uns doch auf einander verlassen können, gerade jetzt und hier!“

„Ich habe nicht angefangen“, resignierte der Alte mit gesenktem Kopf.

„Das spielt doch keine Rolle“, meinte sie.

„Das spielt sehr wohl eine Rolle. Ich entschuldige mich jedenfalls nicht bei Wigo!“

Cisko stand zuerst schweigend dabei und trieb nun zur Eile an: „Wir müssen weiter. Wir müssen zum festgesetzten Zeitpunkt am Tor sein, sonst ist unsere ganze Mission hier unten zum Scheitern verurteilt.“

„Ja, o. k., gehen wir weiter“, sagte Wigo und ging als erster hinter Cisko her. Er ließ sich nicht anmerken, wie sehr es ihn getroffen hatte, dass Rosa ihn angegriffen hatte. Darauf folgten Andrea, Luna, Rosa und Lissa.

Der Felsen-Kreis, Tor zu einer anderen Welt

Schatten huschten ab und zu über die Wände. Von irgendwoher tropfte Wasser von der Decke. Nach einer scharfen Biegung ragte plötzlich ein Tunnel vor ihnen auf. „Es ist so still hier!", fiel es Lissa auf. Sie konnte keinen exakten Grund nennen, woher ihr Unbehagen so plötzlich kam. Sie hörte zwar ein paar Nuancen besser als die durchschnittlichen Menschen, aber konnte das denn möglich sein, dass sie das eben vernommene Rauschen großer Meereswogen gehört hatte? Vielleicht war es aber nur eine Illusion? Sie konnte es nicht sagen.

„Du brauchst nicht ängstlich zu sein, Lissa, dein lieber Rosa ist ja bei dir“, beruhigte er und drehte sich beim Gehen zu ihr um und lächelte sie an. Sie lächelte zurück. Das Eis zwischen beiden war wieder gebrochen.

Die feuchten Wände glänzten in einem schwachen Licht, das von irgendwo herkam. „Das hier muss der Eingang sein“, hörte Rosa den Cisko sagen. „Hier, seht ihr diesen Kreis im Felsen?“ Rosa hatte sich nach vorn gedrängelt und schaute verwundert auf einen Kreis, auf den Cisko aufmerksam gemacht hatte.

„Also dann...“, sagte Cisko, ...seid ihr bereit, das größte aller Abenteuer zu erleben? O.K., ich sehe es euren Gesichtern an, ihr seid bereit!“

Cisko holte ein handliches Gerät aus seiner Hosentasche und aktivierte es. Die Felswand innerhalb des Kreises sah nun zur Überraschung aller aus, als würde sie langsam beginnen, flüssig zu werden!

„Was ist denn das?“ Rosebär tat erschrocken!

„Keine Sorge, Professor, ich übertrage jetzt aus meinem Transciver Energie auf diese Felswand. Das ist so ähnlich wie Infrarot, nur noch besser und effizienter als andere Strahlungen. Und wenn die Felswand richtig schön flüssig geworden ist, dann werden wir da durch gehen so wie durch eine schöne Nebelwand im Herbst. Es tut nicht mal weh!“

Die Felswand innerhalb des Kreises begann sich vor ihren Augen mehr und mehr in eine graue Masse zu verwandeln. Vorsichtig berührte Cisko mit seiner Hand die inzwischen wie flüssig gewordene Felswand. „Es ist soweit...“, stellte er fest, „...das Tor ist aktiviert! Wir gehen jetzt alle bei ’zwei’ hier durch! Achtung: Eins, zwei!“

Gemeinsam traten sie durch den weichen Kreis und ließen den Tunnel hinter sich. Sie nahmen die Reise nicht wahr. Alles was zählte war, heil und gesund anzukommen!

Fortsetzung zu Folge 28