UFO-Nachrichten

<img src="nonflash.gif" width=130 height=25 border=0>


Wigo - Die Liebe stirbt zuletzt!
von Marleen van Barneveld

(zurück Folge 1) * * (zurück Folge 2) * * (zurück Folge 3)
(zurück Folge 4) *
* (zurück Folge 5) * * (zurück Folge 6)
(zurück Folge 7) * * (zurück Folge 8) * * (zurück Folge 9)
(zurück Folge 10)
* *  (zurück Folge 11) * * (zurück Folge 12)
(zurück Folge 13)
* * (zurück Folge 14) * * (zurück Folge 15)
(zurück Folge 16) * * (zurück Folge 17) * * (zurück Folge 18)
(zurück Folge 19)
* *
(zurück Folge 20) * * (zurück Folge 21) * * (zurück Folge 22)
(zurück Folge 23) * * (zurück Folge 24) * * 
(zurück Folge 25) Folge 26

 

Unsere Freunde sind noch in Österreich. Cisko, der geheimnisvolle Fahrer, der unsere Freunde mitgenommen hatte, begleitet sie bei einer Exkursion zum sagenumwobenen Untersberg. Für Wigo scheint das Abenteuer diesmal tragischer zu enden, das keiner der Beteiligten vorausahnen konnte...

 

Wigo’s Schwester kommt zu Besuch

Wigo lauschte in den Hörer. „O.K., ich kümmere mich darum!“

„Na, was ist“, wollte Cisko wissen.

„Meine Schwester Andrea steht am Bahnhof.“

„O.K., holen wir sie ab!“

„Wir kommen alle mit!“

„Nee, soviel Platz haben wir doch gar nicht im Auto“, wehrte Wigo ab.

„Dann bleiben wir hier“, entschied Rosa und zwinkerte Lissa vergnügt zu.

Die Fahrt zum Bahnhof verlief ohne Zwischenfälle. Wigo’s Schwester war ihnen schon entgegen gekommen und wartete sitzend auf ihrem Koffer am Bahnhofeingang. Sie sah die Drei schon aus der Ferne und winkte ihnen zu.

Luna gab ihr die Hand und hieß sie herzlich willkommen. Wigo sagte kurz: „Hello!“ Sie lächelte alle herzlich an. Cisko ging auf sie zu und drückte sie kameradschaftlich an sich.

„Schön, dass wir uns kennenlernen, Andrea!“ Sie nickte und sah ihn beinahe schüchtern an. „Tut mir leid, wenn ich zu einem ungünstigen Zeitpunkt hereinplatze, aber ich habe Wigo’s Nachricht zu spät bekommen. „Das macht doch nichts, Andrea“, sagte Cisko und lächelte sie an.

„Ja, Danke! Die Fahrt war sehr schön. Ich hatte sogar einen Verehrer. Er stieg allerdings erst in München zu. Aber er war sehr charmant und wir unterhielten uns angeregt. Man findet ja so wenige Gesprächspartner, die sich auch noch für dieselben Themen interessieren.“

 

Die „Männer in Schwarz“ geben nicht auf

„Hatten Sie wenigstens eine schöne Fahrt hierher?“, fragte Andrea.

„Ja, damit haben Sie wohl recht“, antwortete Cisko. Und während Andrea munter drauflos plapperte, beschlich Wigo ein seltsames Gefühl. Plötzlich verspürte er eine Gänsehaut, die sich über seinem Rücken hochzog, um dann im Nacken zu explodieren. Er fühlte sich von hinten beobachtet, bedroht von etwas, das er nur erahnte.

Unwillkürlich drehte er sich um, wobei sein Blick über eine Reihe parkender Autos auf der gegenüberliegenden Straßenseite fiel. Er suchte blitzschnell die Reihen mit seinen Augen ab. Dann heftete sich sein Blick auf einen alten schwarzen Mercedes, Baujahr 1940, mit verdunkelten Scheiben.

Wie aus weiter Ferne hörte er die Stimme Ciskos: „Darf ich Ihnen den Koffer zum Auto tragen, liebe Andrea?“

„Kommt gar nicht in Frage“, meldete sich Wigo zurück. „Den Koffer meiner Schwester trage ich!“

„Hubs“, ächzte Wigo, „hast du da Steine drin?“

„Nein, wie kommst du nur darauf?“, sagte sie mit Unschuldsmiene. „Ich habe ihn doch auch getragen.“ Er setzte den Koffer wieder ab.

„Darf ich?“, fragte Cisko.

„Nur zu“, sagte Wigo.

„Cisko hob Andreas Koffer hoch als wäre er nur mit Federn voll gepackt und steckte ihn in den Kofferraum. Wigo folgte beiden stirnrunzelnd.

„So nachdenklich Wigo? Ist irgendwas?“

„Eigentlich nicht, nur, ich würde gerne zurückfahren, wenn es dir nichts ausmacht.“

„Natürlich“, sagte Cisko und gab ihm den Autoschlüssel.

Wigo warf beim Einsteigen ins Auto einen letzten Blick auf den schwarzen Mercedes. Dann setzte er sich auf den Fahrersitz und klappte die Autotür zu. Er legte den ersten Gang ein und fuhr zügig an.

Im Rückspiegel sah er, wie sich der schwarze Benz ebenfalls in Bewegung setzte und langsam Fahrt aufnahm. „Ich muss ihn abhängen“, dachte Wigo, „bevor die Spitz kriegen wo wir wohnen. Vielleicht hat es auch keinen Sinn mehr, da ja meine Schwester eine ’tolle Zugbekanntschaft’ gemacht hat.“ Er lachte grimmig auf.

Bestimmt war die Bekanntschaft nicht zufällig gewesen, sondern arrangiert. „Egal“, dachte er, „ich werde ihnen jedenfalls nicht den Weg zu uns nach Hause zeigen wie ein angeheuerter Scout im unwegsamen Dschungel.“ Verbissen runzelte er die Stirn.

„Ich muss ihn also abhängen, bevor wir den Stadtrand erreicht haben. Wigo bog rechts in die nächste Strasse ein. „He Wigo, du fährst gerade auf einer Einbahnstrasse!“ Irritiert schaute ihn Luna von der Seite an.

„Ich weiß Luna, mach dir bitte darum keine Sorgen, denn ich weiß schon was ich tue!“

„Bitte, wie du meinst!“

Nach hundert Metern Fahrt kam ihnen auch schon das erste Fahrzeug entgegen. Der Fahrer hinterm Lenker gab wilde Lichtsignale und tippte sich an die Stirn als sie auf gleicher Höhe waren. Wigo fuhr stur weiter und bog dann endlich nach links ab.

„Den Benz habe ich jedenfalls abgehängt“, dachte er erleichtert. Das heißt, er war jetzt mal nicht mehr zu sehen. Weder hinter ihnen noch vor ihnen.

Wigo schaltete das Autoradio ein. Bach’s Air kam durch die Boxen. „Ja, genau diese Musik brauche ich um meine strapazierten Nerven zu beruhigen“, sinnierte er. Eine Viertelstunde später hielten sie vor dem Haus von Cisko.

 

Der Untersberg

Andrea hatte nach ihrer Ankunft ein paar Stunden geschlafen. Heute wollten sie aufbrechen den geheimnisvollen Untersberg zu erforschen. Jeder Teilnehmer durfte nur einen kleinen Rucksack auf diese Expedition mitnehmen. Der Einstieg sollte diesmal weiter unten stattfinden.

Es dämmerte bereits als Rosa der erste war, der sich durch den schmalen Spalt in die Höhle zwängte. Keiner würde es sich jemals erträumen, was er auf dieser Expedition erleben würde. Man sagt ja, dass Träume Schäume sind, aber diese Träume würden Wirklichkeit werden, eine Wirklichkeit, vor die manch einer zurückschrecken würde, könnte er das Ausmaß nur erahnen.

Vorsichtig streckte er beide Arme aus und tastete sich nach vorn. So nach und nach kamen alle durch die Felsspalte rein. Wigo knipste seine große Taschenlampe an und leuchtete den Raum aus. Dort drüben ging es wahrscheinlich in einem anderen Gang weiter. Er ging ein paar Schritte in die Richtung und kam dann aber zurück.

„War da kein Gang?“, fragte Rosa. „Doch schon, aber er ist niedrig. Man kann nicht in ihm stehen“, erwiderte er. Der Gedanke, dass er eventuell Hunderte von Metern durch diesen Gang gebückt gehen musste, behagte ihm gar nicht.

Cisko rief alle zu sich. Sie bildeten einen Kreis und er sprach ein Gebet. Danach ging er allen voran und betrat als erster den niedrigen Gang.

Nach einer Weile schon mussten sie auf die Knie gehen und sich mit den Ellenbogen den Weg nach vorne robben. Der Gedanke, sich immer tiefer in die unbekannte Enge zu bewegen, machte Rosa ernsthafte Kopfzerbrechen. Nein, nicht wegen sich selbst, sondern wegen Lissa, die nicht so zart gebaut war wie Luna.

Jetzt ging es auch noch bergab und der Schacht wurde enger. Leichte Panik verspürte er in seiner Magengegend. Keuchend robbte er weiter. „Alles nur Einbildung. Mir geht es glänzend. Mir geht es ganz wunderbar!“ Und er sagte sich die fünf letzten Worte immer wieder auf.

Dann verspürte er zum ersten Mal einen kalten Luftzug. „Geschafft“, schoss es ihm durch den Kopf. Dann ein Aufatmen. Der Gang war zu Ende, eine mittelgroße Höhle war vor ihren Augen.

„Wir gehen weiter“, sagte Cisko. Und während alle weitergingen, blieben Wigo und Andrea stehen. Er hob seine Taschenlampe zur Decke. Oben hingen mehrere Gebilde, die wie Kohlensäcke aussahen. „Vielleicht sind es Kokons?“ Ihre Stimme klang etwas zögernd und abgeflacht.

„Ich habe das dunkle Gefühl“, rätselte Wigo „als wenn da etwas Großes drin ist. Ein Mensch vielleicht?“

„Ein Mensch?!“, schrie Andrea erschrocken auf. „Das ist ja unheimlich! Oh Gott, lass’ uns schnell weg hier!“

„Warte doch. Warum hast du es so eilig? So ein fremdartiges Phänomen werden wir sobald nicht wieder zu Gesicht bekommen.“

Er hielt immer noch die Taschenlampe auf das schwarze Ding. „Da sieht man doch gar nichts, komm lass’ uns weitergehen.“ Und sie zog ihn kräftig am Ärmel mit sich.

Aus dem Augenwinkel heraus sah er einen großen Schatten auf sich zukommen. Er wirbelte herum und schrie vor Schreck laut auf. Eine Riesenspinne war aus einer Deckenhöhle herausgekommen und bewegte sich auf den Kokon zu.

Sie verharrte da und sah Wigo wie hypnotisiert an. Ihre stechenden Augen starrten ihn angriffslustig an. Dann schoss sie unerwartet ihren klebrigen Strahl mitten in sein Gesicht. Und gleich darauf folgte ein zweiter.

„Aaaaah“, er schrie auf. Sprang zurück und fuchtelte wild mit den Armen. „Hilf mir, Andrea!“

Wigo’s Atem ging schleppend. Dann sackte er zusammen. Er lag totenstill da. Nur sein Brustkorb hob und senkte sich schwach. Andrea stürzte sich auf Wigo und half ihm die klebrige Masse von seinem Gesicht zu zerren. Sie hatte Mühe damit.

„Wigo“, sagte Andrea sanft, „ich bin bei dir, ich helfe dir, bleib’ stark. Ich habe es gleich geschafft.“ Dann erstarrte Andrea in ihrer Bewegung. Die Riesenspinne stand keine zwei Meter von ihr entfernt in eine bedrohlichen und abwartende Haltung.

Andrea starrte entsetzt das Ding an. Es hatte Schuppen wie ein Drachen und eine dunkelgrüne Farbe, wobei die Bauchseite etwas heller wirkte. Die Spinne verharrte in ihrer Haltung und Andrea konnte ihre Augen nicht von diesem ’Vieh’ abwenden.

Plötzlich ging die Spinne rückwärts und verschwand ganz aus ihrem Blickfeld. „Wir sollten zusammen bleiben“, hörte sie die Stimme Cisko’s.

Inzwischen waren Luna und Rosa auch bei den dreien erschienen, und sahen wie Wigo am Boden lag. Sein Gesicht war durch die klebrige Spinnenmasse gerötet und aufgeschwollen. Rosa konnte es sich nicht verkneifen zu sagen: „In Berlin sind wir diesmal nicht, Wigo!“

„Wer konnte das auch ahnen, dass es hier so etwas gibt“, entschuldigte sich Luna. „Keiner konnte so etwas ahnen“, erwiderte der Professor.

 

Fortsetzung folgt