UFO-Nachrichten

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Wigo - Die Liebe stirbt zuletzt!
von Marleen van Barneveld

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Nachdem unsere Freunde zusammen mit Lissa – einer näheren Bekanntschaft von Professor Rosebär – in Holland angekommen sind, lernen sie das edle Gut Kernhem näher kennen. Doch die Erholung auf dem Gutshof finden schnell ihr Ende, nachdem Luna per Zufall eine Spiegeltür entdeckt, die sich in ihrem Zimmer befindet...

 

 

Die Spiegeltüre in eine fremde Welt

Als Luna am Spiegel stand um ihn zu öffnen, hörte sie ein leises Klopfen an ihrer Zimmertür. Wigo’s stimme flüsterte leise ihren Namen. Unschlüssig, wie sie sich verhalten solle, hörte sie, wie er die Türklinke drückte und nochmals ihren Namen leise rief. „Er wird wohlmöglich noch die anderen wach machen“, dachte sie und eilte deshalb schnell zur Tür. Kurz entschlossen öffnete sie die Tür und zog ihn am Ärmel zu sich herein. Wortlos ging sie zum Spiegel und betätigte den geheimen Knopf im Ornament. Die Tür sprang mit einem leisen Knarren auf.

„Wenn du schon mal hier bist, Wigo“, meinte sie resignierend, „darfst du mich auch begleiten.“

Erstaunt blickte er sie an. „Wie hast du denn das herausgefunden?“

„Gar nicht“, erwiderte sie mit einem Lächeln im Gesicht, „es war einfach Zufall.“

„Warum hast du vorhin nichts davon erzählt, als wir noch alle zusammen waren, ja das würde ich ganz gerne mal von dir wissen?“

„Vielleicht später einmal, jetzt lass’ uns mal nachsehen, was uns hinter dieser geheimnisvollen Türe erwartet.“

Sie drehte sich zur Seite und nahm von einem kleinen Tischchen den siebenarmigen Kerzenständer herunter. Die Kerzen brannten ruhig. Erst als sie vorsichtig die ersten Stufen der Wendeltreppe hinunter gingen, fingen die Kerzen etwas an zu flackern.

Es war heiß und trocken hier unten. Die Luft war wie tot. Wigo, der stumm neben Luna ging, spürte die elektrische Spannung, die sie ausstrahlte, eine verhaltene Kraft, die seine Nerven vibrieren ließ. Sein Atem ging hastig. „Auf was lass’ ich mich da wieder ein“, grübelte er nach! Aber seine Neugier trieb ihn dazu, weiter zu gehen. Gedanken kamen in ihm hoch, an die er seit Jahren nicht mehr gedacht hatte. Bemüht, sich seine Nervosität nicht anmerken zu lassen, ging er neben ihr weiter.

 

Die Kapuzenträger

Ihre Schritte verklangen lautlos in dem unterirdischen Gang. Die Wände waren mit Staub bedeckt. Dicke Spinnenweben hingen in den Ecken. Lautlos gingen sie weiter und kamen an eine zweite Treppe, noch weiter nach unten führte. Luna ging mit traumwandlerischer Sicherheit die Stufen hinunter. Es roch muffig und feucht. Vereinzelt hörte er ein schwaches Knistern. Er konnte es nicht orten und wurde auch schon im selben Augenblick von einer schattenhaften Gestalt schwach angerempelt, die plötzlich an ihnen vorbeischlüpfte.

Überaus merkwürdig war das fahle Licht, das den Gang beleuchtete. Irgendwo musste es herkommen.

Noch etwas in Gedanken hörte sie die stimme Wigo’s hinter sich, als er ihr ins Ohr flüsterte: „Woher kommt denn jetzt die Helligkeit hier unten her? Besser ist, du machst die Kerzen aus!“

Die Kerzen waren ziemlich abgebrannt. „Das ist schon merkwürdig“, dachte sie und blies den Rest der Kerzen aus. Den Kerzenständer stellte sie kurzerhand einfach rechts an die Mauer. Als sie weitergingen sahen sie am Ende des Ganges eine mit Gold beschlagene Holztür im romanischen Stiel. Sie gingen darauf zu und sahen noch im letzten Moment, wie aus einem Seitengang eine Gestalt in einem schwarzen Mantel mit Kapuze auf die Tür zusteuerte. An seinen Schritten konnte man hören, dass er sich bemühte, leise aufzutreten. Sie drückten sich eng an die gegenüberliegende Wand und blieben still stehen.

Dann hörten sie Klopfzeichen in einem merkwürdigen Rhythmus. Von irgendwoher antwortete eine hohe Stimme in unverständlichen Zischlauten. Dann sprang die Tür lautlos nach innen auf und der Mann im schwarzen Mantel ging hinein.

Stumm und wissend sahen sich Luna und Wigo an. Schnell aber leise liefen sie nun zu der merkwürdigen Türe. „Noch können wir umkehren...“, sagte er zu ihr, „...noch ist nichts passiert!“

Abwartend schaute er sie an. Stumm nickte sie ihm zu. „Los“, sagte sie kurz, „ich will es wissen!“

Wigo klopfte im selben merkwürdigen Rhythmus an die Türe wie sein Vormann. Wieder ging sie wie von Zauberhand auf. Vorsichtig, den Atem anhaltend, traten sie in einen seltsam düsteren Raum. Bläuliches Licht füllte den Raum, der mittelgroß war. Dieses bläuliche Licht war wie Nebel, der durch den ganzen Raum zog und der weiter oben im Raum eine graue Farbe annahm. Der Boden unter ihren Füssen war aus Kristall und in ihm bewegten sich kleine Partikelchen von Goldglimmer. Dieselben Goldglimmer befanden sich auch an den Wänden, allerdings waren diese nur aus grauem Stein. Die wie Nebelschwaden herumlaufenden Gestalten, die man erkennen konnte, waren ebenfalls grau, hatten aber diesen Goldglimmer auf ihren Mänteln nicht.

 

Dann sahen sie Lissa!

Ja, welche Überraschung, da war Lissa! Lissa, die mit ihnen zusammen hierher nach Holland gereist war! Ihre Gestalt war wie aus Stein gemeißelt. Sie saß unbeweglich und starr auf einem hohen Podest am Ende der Halle. Und eine kleine Echse aus farbigem Licht schien über ihrem Kopf zu schweben. Ihre Hände hatte sie über die Brust gekreuzt. Träumten sie oder war es die Wirklichkeit, was sie sahen?!

Halb hinter einer Säule verborgen stand aufrecht ein Mann und beobachtete die beiden Besucher verstohlen.

Wigo fühlte, dass sie beobachtet wurden. Er suchte mit seinen Augen die Halle ab. Dann trafen sich die Augen von Wigo und die scharfen Augen der Gestalt! Wigo spürte tief in seinem Innern, dass er diese Augen kannte. Er schaute zu Luna und flüsterte ihr etwas ins Ohr.

Gemeinsam gingen sie zu der Gestalt, die hinter der Säule stand. Es war ein großer Mann und überragte selbst den hoch gewachsenen Wigo noch gut um zwei Köpfe. Fest und muskulös waren seine breiten Schultern, stark genug um einen Stier zu Boden zu zwingen, wenn es darauf ankäme. Die Kapuze, die auf seinen Schultern zurückgeschlagen war, enthüllte einen schmalen Kopf. Seine braunen Augen verdunkelten sich und ließen einen Schatten des Hasses erahnen.

Wie hypnotisiert drehte sich Luna dann um und schaute direkt in die eisblauen Augen von Lissa. In ihren Augen flackerte ein eigenartiges Licht. Luna erkannte ihre erschreckenden Fähigkeiten, aber sie jagten ihr keine Angst ein. Lissa genoss sichtlich das Kräftemessen zwischen Luna und ihr.

Wie von einer tiefen Woge nach oben getragen, tauchte plötzlich das Bild einer Eidechsenfrau in ihren Gedanken auf. Sie spürte Kälte, die wie ein Heer von beißenden Ameisen ihren Rücken hoch lief. Ganz langsam verwischte sich das Bildnis der Gestalt, die auf dem Thron saß und zurück blieb nichts weiter als verschleierte Nebelschwaden, die auf und ab wabberten. Dann hörte sie die Stimme des Kapuzenträgers sagen:

„Wir besitzen die Macht uns bestimmte Naturkräfte zu Dienste zu machen!“

Die Stimme Luna’s war leise als sie zu ihm sagte: „Wir Menschen setzen unsere Macht zum Wohle aller ein, selbst derer, die unsere Feinde sind.“

„Jeder wird mit einem Vorrat an Wissen geboren“, erwiderte er und sprach in einem leiernden Tonfall weiter: „Die Dinge, die wir lernen bereit zu sein, schlagen mitunter Funken, die Funken erzeugen Feuer und die Feuer erhellen die Dunkelheit, in der sich viele Dinge bewegen, die das Licht niemals gesehen hat und nie dazu fähig sein wird, es je zu sehen.“

Sein Blick verschleierte sich mehr und mehr, er sprach: „Wir sind nicht so romantisch wie das Erdenvolk was unsere Weltanschauung angeht. Wir erkennen nur das an, was messbar und im Experiment nachvollziehbar ist.“ Dann seufzte er: „Wir wollten immer nur das Gute, nie das Böse. Vielleicht musste deshalb alles so geschehen seit Äonen.“

„Hör’ doch auf zu labern“, dachte Wigo und konnte sich seine Wut kaum verkneifen. Ungeduldig erwiderte er ihm: „Das ist alles eine Frage der Definition, alter Freund!“

„Ihr Erdenwürmer solltet euch mal Gedanken machen über die Größe, die wir im Universum präsentieren!“ Ironisch starrte er Wigo an, wie ein Reptil, das auf seine Beute fixiert ist.

„Das sehe ich anders“, knurrte Wigo zurück und zog Luna mit sich fort. Er gab sich keinen Illusionen hin. Die Men in Black kannten ihn. Sie wussten meistens, wo er sich aufhielt, er konnte ihnen nicht entkommen. Soviel stand jedenfalls fest. Aber jetzt musste er erstmal hier raus. Nur wie, das wusste er im Moment noch nicht. Die Sache wurde mittlerweile ziemlich brenzlig.

Wenn er doch nur die Möglichkeit hätte näher an die große Hallentür zu gelangen. Makaber war nur, dass die anderen Gestalten jetzt langsam auf sie zu kamen, sie regelrecht einkreisten.

„Ich hatte mir eine andere Gesellschaft hier unten vorgestellt“, raunte er Luna ins Ohr.

Dann hörte er den Ton. Der Ton wurde heller. Er griff sich mit beiden Händen an die Ohren und hielt sie zu. Er bewegte sich nicht... stand wie erstarrt. Dann plötzlich schrie er laut: „Raus hier, raus hier, Luna!”

 

Geheimnisvolle schwarze Helikopter

Sie starrte ihn erschrocken an, reagierte aber sofort und schoss wie von einer Tarantel gestochen vorwärts. Etwas Stumpfes flog an ihren Kopf. Warmes Blut floss über ihre rechte Stirn und bahnte sich seinen Weg durch ihre haarfeinen Falten rund um das Auge. Während sie durch die Halle lief, wischte sie sich mit dem Handrücken das Blut vom Gesicht. Sie drehte mit Mühe ihren Kopf zur Seite und sah aus dem Augenwinkel wie von hinten die Meute gegen sie anstürmte.

Kurz vor der mit Gold beschlagenen Holztür sah Wigo einen Gang. Er riss Luna am Arm herum und zog sie mehr als das er sie dirigierte durch das offene Tor. Sie rannten den Gang hinunter direkt auf einen schwarzen Helikopter zu, einen US101.

Wigo fühlte ein unangenehmes pochen unter der Schädeldecke. „Es geht hier nicht weiter“, murmelte sie in die Stille hinein. „Muss es das?”, sagte er mehr zu sich selbst als zu ihr.

„Wo diese Sorte Helis stehen, sind die ’Jat Packs’, diese handlichen fliegenden Rucksäcke, meistens nicht weit!“ Er rannte zum Heli und riss die Cockpit-Türe auf. Mit geübten Handgriffen zerrte er zwei Jet Packs heraus.

„Leg ihn dir an, mach es mir nach, dann muss ich dir nicht lange erklären, wie er funktioniert. Das Ding hier hat keine große Reichweite. In den kommenden 30 Sekunden müssen wir es geschafft haben, den Schacht zu verlassen und irgendwo möglichst sicher landen.“

Er lächelte sie an, eine Welle von Liebe und Zärtlichkeit traf ihre Augen. Sie lächelte zurück und zeigte dabei ihre perlweißen Zähne. „Ja, wir werden es schaffen“, hauchte sie mehr als dass sie es sagte.

Mit geübten Handbewegungen schnallte er sich den Rucksack um, legte den Beingurt um und öffnete das Treibstoffventil. Dann legte er beide Hände auf die Starthebel, stieß sich vom Boden ab und der Jet Pack schoss mit eindrucksvoller Geschwindigkeit den Schacht hoch.

Keine Sekunde zu früh bremste der Jet Pack aus. Im letzten Moment noch hatten sie ein Waldstück erreicht. Das fliegende Vehikel fiel jetzt mit ihnen wie ein Stein nach unten und sie krachten in die Baumwipfel. Die ineinander geschlungenen Baumäste bremsten glücklicherweise den Aufprall ab. So kamen sie mehr schlecht als recht auf den Erdboden zurück. Sichtlich benommen und mit einigen Hautabschürfungen humpelten sie Richtung Herrenhaus zurück.

„Wahrscheinlich hat niemand unseren kleinen Ausflug bemerkt”, meinte Wigo, als sie wieder dort ankamen, wo ihr Abenteuer begonnen hatte.

„Und pünktlich sind wir auch noch”, erwiderte sie verschmitzt lächelnd und schaute dabei auf ihre Armbanduhr. Es war 8 Uhr morgens und um 9 Uhr war Frühstückszeit, also noch reichlich Zeit um sich frisch zu machen und unten im Salon zu erscheinen.

 

Mit „Blauen Augen“ davongekommen

Zögernd klopfte es an ihrer Zimmertür. Sie vernahm leise die Stimme von Rosa, der ihren Namen flüsterte.

Luna ging rasch zur Tür und öffnete sie. Bevor der Professor eintrat, schaute er nochmals prüfend links und rechts den Gang hinunter, behutsam darauf bedacht, von niemandem gesehen zu werden. Erst dann trat er über die Türschwelle.

„Einen schönen guten Morgen, Rosa! So früh schon auf den Beinen?” Er aber hielt sich den Finger vor dem Mund und flüsterte: „Psst, nicht so laut, Luna. Ich will nicht, dass jemand uns hört. Um diese Zeit sind schon einige auf den Beinen hier im Haus.”

„Warum so geheimnisvoll?”

Und während sie das letzte Wort aussprach, schloss er leise hinter sich die Tür und sauste zum Fenster. Ohne sich noch mal umzudrehen winkte er Luna zu sich heran.

„Was ist denn?”, fragte sie ihn unruhig.

„Da, da, das musst du sehen! Komm, komm näher, da, da...”, aufgeregt wies der Professor mit seiner Hand hastig zum Fenster hinaus. Seine Fingerspitzen trommelten gegen die Scheibe, so aufgebracht war er.

„Ja, und...?”, fragte sie im ruhigen Tonfall. Sie musste sich bemühen, ruhig zu bleiben, denn plötzlich kam in ihr das Gefühl hoch, dass Rosebär etwas von ihrem nächtlichen Abenteuer im mysteriösen Gewölbe wusste. Erzählen wollte sie es ihm schon, ja, nur eben jetzt nicht gleich, denn sie brauchte zuvor noch etwas Ruhe um ihre Gefühle ordnen zu können. Wie in Trance trat sie näher ans Fenster heran. Dann sah sie die Reste der Jet Packs in den Baumkronen hängen.

„Schau mal”, sagte der Professor. „Ein so genannter Jet Pack, auch bekannt unter dem Namen Raketenrucksack. Man schnallt sich so ein Ding auf den Rücken und es fliegt mit einer Geschwindigkeit von etwa 16 km/h einige Meter hoch und das auch nur 30 Sekunden lang.”

Dann drehte er sich um und schaute Luna voll ins Gesicht. Ohne mit einer Wimper zu zucken schaute sie zurück.

„Und nun möchte ich bloß mal wissen, wie so ein Ding, oder was noch von dem Ding da übrig geblieben ist, in den Baumkronen von Gut Kernhem stranden kann?”

Luna’s Augen verdunkelten sich und ihr Blick wurde starr. Sie hatte nun nochmals deutlich die Bilder vor Augen, wie sie vorhin den steilen Schacht empor flogen.

„Ach ‚Gottchen’ Luna! Deine Augen sprechen ja Bände”, hörte sie den Professor schlussfolgern. Rosa legte seine beiden Hände um ihre Schultern und streichelte ihr zart über ihr glattes Haar. Dann führte er sie zur Couch.

„Ich hol’ dir ein Glas Wasser, Liebes”, sagte er zu ihr und ging in Richtung Bad. Bevor er es erreichte, ging die Badtür auf und Wigo stand grinsend vor ihm mit einem vollen Glas Wasser in der Hand.

„Bitte, Rosa, ist das Glas so richtig und das Wasser auch kalt genug, willst du probieren?”

„Natürlich! Wo was los ist, da ist auch Wigo!” Er drehte sich mit einer einladenden Geste um und meinte mit einem strahlenden Gesicht, aber doch mit einem Touch Ironie in der Stimme: „Bitte, nur zu, ich lasse dir heute den Vortritt, hier mal Butler zu spielen.”

Wigo grinste ihn an, rauschte an ihm vorbei und stellte das Glas Wasser zu Luna auf den Tisch. Sie nickte ihm dankend zu und trank mit einem Zug das Glas leer.

Rosebär streckte seinen Kopf zur Decke und sagte: „Ich schnuppere Abenteuerluft... und ich war nicht dabei!” In seiner Stimme lag ein Hauch von Wehmut.

„Alter Junge! Und ich dachte du hättest heute Nacht ein Abenteuer mit Lissa der besonderen Qualität gehabt?” Er grinste ihn verschmitzt an, als könne er wissen, wie heiß es zwischen Rosa und Lissa in der vergangenen Nacht zugegangen war.

„Da irrst du dich aber, mein Lieber. Nix weißt du!”

„Sag’ ich denn, dass ich etwas weiß?“

„Nö, das nicht. Aber du tust so! Na ja egal, früher oder später wird es jeder hier noch merken. Lissa ist verschwunden.”

„Verschwunden? Wir müssen die Polizei verständigen!”

„Äh..., das lass’ mal, Wigo. Sie hat ihre Tasche und den kleinen Koffer mitgenommen, also… sie ist doch erwachsen und jeder über 18 kann hingehen wo er will, auch wenn es mitten in der Nacht ist! Stimmt’s oder stimmt es nicht?”

„Jaaa stimmt”, antwortete Wigo langgezogen. Durch seinen Kopf kreisten bestimmt ganz andere Dinge als die, die zurzeit in Rosa’s Kopf herumschwirrten. Und er dachte an das Ebenbild von Lissa als er sie dort unten in der Halle sah. Nur war es höchstwahrscheinlich doch die echte Lissa gewesen, die sie gesehen hatten. Und seine Gedanken gingen noch weiter zurück bis zu dem Tag, als sie in dem abgewrackten Motel absteigen mussten und dass sie die einzigen Gäste in dem Motel waren, und als Rosa ihnen Lissa vorstellte, und…

Wie aus der Ferne hörte er Rosa’s Frage, was sie heute vorhaben würden. „Nichts mehr, Rosa. Es wird besser sein, wenn wir unsere Koffer packen, Holland verlassen und nach Österreich reisen. Ich gehe mal runter zu Janny und Evert und bespreche mal einiges mit ihnen.”

„Warum denn ausgerechnet nach Österreich, Wigo?”

„Freunde besuchen, Rosa! Wir brauchen Freunde um die Welt zu retten!” Bei diesen Worten war er schon halb aus dem Zimmer entschwunden. Zurück blieben ein nachdenklicher Rosa und eine müde Luna.

Fortsetzung folgt