UFO-Nachrichten

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Wigo - Die Liebe stirbt zuletzt!
von Marleen van Barneveld

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Professor Rosebär, Luna und der Außerirdische Vasariah besuchten eine Mondbasis, wo sie eine aufschlussreiche Unterhaltung mit einem alten Mann führten, der dort im Jahre 1950 ausgesetzt wurde. Der Zwischenstopp auf dem Mond wird für Professor Rosebär doch noch zum Verhängnis, denn er gerät in die Fänge von finsteren Gestalten des Planeten Draco.

 

In den Lagerhallen des Mond-Flughafens

Der kleine Gleiter zog in geringem Bodenabstand seine Kreise, bis er zur Landung ansetzte. Vor ihnen lagen nun wuchtige Lagerhallen. Ein Tor öffnete sich gerade, wobei sich ein Flügel seitlich öffnete, der andere versank im Boden.

Rosebär und Hata-aan verharrten einen Moment auf ihrem Standort. Als sich nichts rührte liefen sie in die Halle hinein. An den Wänden lagerten in geräumigen Boxen High-Tech-Waren. Der Professor betrachtete jede Box ausgiebig um zu sehen, was drin steckte.

„Also das ist ja…”, flüsterte er.

„Vorsicht”, warnte Hata-aan. „Es nähern sich Lebewesen. Sie bewegen sich sehr schnell.“ Die Augen des Professors durchstreiften in Windeseile die Lagerhalle um ein geeignetes Versteck zu finden.

„Dort entlang“, rief er. Zwischen zwei riesigen Körben aus Eisen fanden sie einen vermeintlich sicheren Ort.

Mit einer grotesken Emsigkeit liefen die Aliens mit den großen Köpfen und den Insektenaugen kreuz und quer durch die vordere Lagerhalle. Zum Glück hatten sie kein Interesse auch mal einen Blick nach hinten zu werfen. Mit angehaltenem Atem beobachtete Rosebär das Geschehen.

„Möglicherweise gehen den Bewohnern irgendwo da draußen in der Milchstrasse gewisse Waren aus“, dachte der Professor grinsend und kicherte in sich hinein.

Keine zehn Schritte von ihnen entfernt sah er jetzt eine Frau stehen. „Wo die wohl plötzlich so schnell herkam?, dachte er. Es war eine attraktive Frau von etwa 20 Jahren mit hoch stehenden Wangenknochen und langen schwarzen Haaren. Die Augen waren dunkel und ihre Lippen voll und rot. Sie öffnete einen Aktenkoffer und holte mehrere Beutel mit weißem Pulver heraus. An wen sie die Beutel weitergab, konnte der Professor von seinem Standort aus nicht sehen.

„Sehe ich richtig?“, sagte er mehr zu sich selbst als zu Hata-aan. „Die von der Erde kaufen High-Tech von den Aliens und bezahlen mit Stoff?“

Plötzlich merkten sie, wie sich die Tore der Lagerhalle wieder in Bewegung setzten. Mit einem Satz sprang der Professor hoch. Das Hata-aan ihm etwas zurief, hörte er leider nicht. Er lief wie in Panik zu den sich schließenden Toren.

Dann stolperte er und fiel direkt vor die Füße der unbekannten Frau. Er blinzelte hoch und erkannte jetzt außerdem drei Männer, die bei der Frau standen. Sie trugen schwarze Kombinationen mit weiß aufgesticktem Emblem. Es zeigte eine Schlange, die sich um einen Drachen wickelte.

Dem Professor überlief es eiskalt. Er fröstelte direkt als er an ihnen hochsah. Mit starren und stummen Gesichtern blickten die Männer zu ihm herab, die Frau grinste ihn hämisch an. Er sah die Waffe in ihrer Hand. Ein kurzes Aufblitzen nahm er noch wahr, dann wurde es dunkel um ihn.

 

Ein schmerzliches Experiment

Rosebär saß auf einem Stuhl. Von weither drang eine Stimme an sein Ohr. Er konnte nicht richtig wach werden. Irgendeine bleierne Müdigkeit hatte ihn erfasst. Dann die Stimme wieder, ihm war als wäre sie in seinem Kopf.

„Sie fühlen sich jetzt ganz entspannt”, klang eine Stimme an Rosebär’s Ohr.

„Jaa“, sagte er. Und wieder sprach die Stimme ihn an: „Sie sind und bleiben ruhig und entspannt.“ „Ja...“, wiederholte der Professor, „...ich bin ruhig und entspannt.“

Die Frau ging zu einem kleinen Medikamentenschrank, der hinter ihr stand und holte eine Ampulle heraus, diese zog sie auf eine Spritze. Dann nahm sie den Arm des Professors und jagte ihm die Spritze in den Arm. Nur wenige Augenblicke später fiel der Professor kopfüber auf den Boden.

Die Tür wurde geöffnet und drei Gestalten kamen herein. Sie trugen Masken und hatten silberne Anzüge an. In den Händen hatten sie Stäbe, die ein mattes grünes Licht ausstrahlten. Die Gesichtsmasken waren oval. Grosse mandelförmige Insektenaugen schimmerten darin und die Kinnpartien der Masken liefen spitz und schmal zum Hals zu.

Sie legten den Professor auf eine graue Pritsche, die mit einem Kunststoffbezug bespannt war. Und dann stellten sie sich hinter ihn und warteten darauf, bis die Frau Anweisungen geben würde. Die Frau ging zu einem Schrank und holte ihre eigene Maske heraus.

Dann tippte sie Rosebär dreimal auf die Stirn und gab ihm das Kommando, aus der Bewusstlosigkeit zu erwachen, um dann wieder in Hypnose zu fallen. Sie beugte sich vor und flüsterte ihm das Wort: „Besucher“ ins Ohr. Gleich darauf begann der Professor zu stammeln: „Oh mein Gott, sie sind wieder da! Nein, nein, ich will nicht!”

Der Professor keuchte, holte tief Luft und fuchtelte dabei mit den Armen und Beinen. Er wollte sich erheben, lag aber auf der Pritsche wie festgewachsen.

Die drei Gestalten traten nun wieder hervor. Ihr Gang war hölzern und steif. Es sah so aus als würden sie im Zeitlupentempo voran gehen. Einer von ihnen hob seinen Stab wie ein Zauberer, der gleich ein Kunststück vorführen würde. „Sie kommen, sie kommen“, schrie der Professor aus Leibeskräften.

Der eine Mann berührte nun mit seinem Stab den Professor leicht zwischen den Augen. Die Wirkung war verblüffend. Der Professor krümmte sich, als hätte jemand einen Hebel umgelegt, der seine Wirbelsäule wie ein Taschenmesser zusammen klappen ließ.

„Schauen Sie in Ihren Erinnerungen zurück“, suggerierte ihm die Frau. „Sie müssen in sie eintauchen, um die Wahrheit über das herauszufinden, was mit Ihnen geschehen ist.“

„Nein“, sagte Rosebär leise. „Nein.“ Die Frau rollte einen handlich kleinen Wagen heran, auf dem eine Menge chirurgischer Instrumente lagen. Zu den drei Männern sagte sie, dass sie ihr helfen müssten, den Professor zu entkleiden.

„Ist das nicht ein bisschen extrem riskant, jemanden wie diesen hier gleich in Projekt QE einzutauchen?”, fragte einer der Männer.

„Das lassen Sie mal meine Sorge sein! – festbinden!“, befahl sie im herrischen Ton.

Die Männer banden den Professor mit Lederriemen auf dem Tisch fest. Die Frau überprüfte die Riemen, nickte bejahend mit dem Kopf und entließ die drei.

Sie beugte sich zu Rosebär und flüsterte ihm ein Wort ins Ohr. Gleich darauf schrie der Professor: „Nein, nicht das schon wieder; nein, hört auf, was soll das? Was wollt ihr von mir? Wer seit ihr?“

„Wer wir sind?“, sagte die Frau, die jetzt mit einer schrillen Stimme sprach. „Das weißt du doch inzwischen. Wir sind Besucher vom Planeten Draco und wir führen Experimente durch. Wir brauchen fruchtbares Sperma von der Erde, weil unsere Art mit den Genen einer primitiven Rasse aufgefrischt werden muss, um eine Mischrasse zu erzeugen.“

Der Stimme des Professors überschlug sich. Er fing an erbärmlich zu kreischen. „Sei bitte kooperativ und höre auf zu jammern“, sagte die Frau kalt, während sie mit einem Gerät neben ihn trat...

 

Die Befreiung

Hata-aan hatte endlich das Gebäude gefunden, in dem sie den Professor verschleppt hatten. Verschiedene undefinierbare Gerüche schlugen ihm entgegen. Einen Geruch konnte er definitiv herausfinden: Blut!

Dann sah er ihn. Es war hell genug in dem Raum, um den gefesselten Professor auf der Pritsche liegen zu sehen. Sein Gesicht wies blaue Flecken auf und sein Körper war im Genitalbereich blutverkrustet.

Der Professor lebte noch. Er war bewusstlos und atmete nur noch schwach. Das Schlimmste bemerkte er erst jetzt, die Einstiche im Unterarm.

Hata-aan schüttelte ihn leicht an der Schulter. Keine Reaktion. Er schüttelte nochmals. Langsam öffnete der Professor die Augenlider, sein Mund begann sich zu bewegen.

„Sagen Sie jetzt besser nichts, Professor. Bleiben Sie ganz ruhig, ich hole den Gleiter.“

Der Professor öffnete seine Augen und sofort fing er an zu schreien. „Ich bin Hata-aan, Professor, und ich hole Sie hier raus. Aber beruhigen Sie sich bitte”, redete er auf den Professor ein.

Sichtlich erleichtert beruhigte sich der Professor. Hata-aan kleidete ihn notdürftig an. Dann nahm er den Professor auf seine starken Arme und trug ihn wie ein kleines Kind nach draußen. Dort legte er ihn erst einmal auf einen breiten Mondstein nieder. Dann machte er sich mit großen ausholenden Schritten auf dem Weg zum Gleiter.

 

Zurück zur Erde

Der Professor erwachte in einem großen, märchenhaft schönen Raum, dessen Wände aus einer schimmernden Substanz bestanden. Die Farben an den Wänden bewegten sich und flossen ineinander. Er beobachtete dieses Farbenspiel eine Weile.

Dann öffnete sich die gegenüberliegende Wand in zwei Teile und ein vierdimensionales Bild erschien. Er sah Vasariah, der zu ihm sprach und ihm einen guten Tag wünschte.

Der Professor lächelte zurück und sagte, dass er sich sogleich ins ‘Zeug legen’ würde, um eine gute Malzeit mit ihnen einzunehmen, bevor sie in den Erdorbit eintauchen würden.

„Habe ich lange geschlafen?“, wollte der Professor von Luna wissen. „Nein, ganz und gar nicht...“, erwiderte sie ihm und lächelte ihn dabei fröhlich an, ...nur ein kleines bisschen länger als wir.“

„Dann bin ich zufrieden“, lachte er. „Ich versäume nämlich nicht gerne etwas!“

Schweigend trank Luna ihr Glas mit der violetten Flüssigkeit leer. Und nur sie wusste, dass Vasariah Teile seiner furchtbaren Erinnerung aus seinem Gehirn gelöscht hatte. Es war eine Geste der Liebe.

„Ich freue mich wieder auf die gute alte Erde zurückzukommen”, sagte er und rieb sich die Hände. „Und weißt du was noch, Luna? Ich hätte große Lust, Krister in Schweden zu besuchen. Und hoffe, dass du mitkommst.”

„Vielleicht“, erwiderte sie nur. „Jaaa“, fing er an zu schwärmen. „Ich würde zu gerne einmal zum Nordkap fliegen, zu den Nordkaphallen. Selbst im Juli herrschen dort noch durchschnittlich 10 Grad plus, aber das sollte uns nicht abhalten“, sagte er sichtlich erfreut über die in Aussicht stehende Reise. Er lehnte sich auf seinem Stuhl zurück und starrte Löcher in die Luft. Sicherlich war er schon wieder mal in Gedanken auf eine große Reise gegangen.

Vasariah holte ihn in die Wirklichkeit zurück als er sagte, dass sie im Anflug der auf die Erde sind.

„Oh“, entfuhr es ihm. „Ja, dann will ich mich von dir verabschieden. Ich hoffe und wünsche, dass wir uns einmal wieder sehen.“

„Bestimmt werden wir uns wieder sehen, Herr Professor! Geben Sie gut auf sich Acht und besonders auf Luna“, sagte Vasariah und reichte ihm die Hand. Der Professor ergriff sie und hielt sie länger fest als es üblich war, dabei schaute er ihn in die Augen und kniff die Lippen zusammen. Dieser Abschied bewegte ihn doch sehr und er konnte sich beinahe der Tränen nicht verwehren. Schliesslich rollten doch Tränen über Rosebärs Gesicht, so aufgewühlt war er über diesen Abschied.

Und dann ging er aus dem Raum und wartete draußen auf Luna. Gemeinsam stiegen sie in den Gleiter, der sie zur Heimat zurück bringen sollte.

 

Wieder daheim!

Lautlos wie ein hellbeleuchtetes Kriegsschiff der U.S.-Marine schwebte das Raumschiff heran.

„Besuch“, flüsterte der Professor Luna zu. „Ja, ich habe sie schon aus dem Augenwinkel gesehen“, erwiderte sie leise. „Und wir können nichts tun als einfach nur abwartend da zu sitzen, Luna?“

„Vielleicht kommen die Unbekannten mit guten Absichten”, meinte sie. „Ja, das denke ich auch. Sonst hätten sie uns schon längst ’auf’s Korn’ genommen“, bemerkte er laut und dachte: „...man kann nie sicher sein, was den E.T.’s so alles einfällt...“ Dabei liess er das unbekannte Raumschiff nicht eine Sekunde aus den Augen.

„Sie drehen ab“, stellte Luna erleichtert fest. „Wir haben noch mal Glück gehabt!“

Der Himmel war sternenklar. Der Gleiter verlangsamte seinen Flug und ging tiefer. Behutsam senkte er sich herab auf einen Platz, der von Bäumen und Büschen umgeben war.

Der Raumgleiter öffnete sich und Luna und der Professor kletterten aus den engen Sitzen. Sie entfernten sich einige Schritte vom Fahrzeug. Das schloss wieder seine Türen und hob sich mit leisem Summen senkrecht in den Himmel empor. Luna und Rosa schauten ihm hinterher bis der Gleiter ihren Blicken entschwandt, erst dann machten sie sich auf den Heimweg.

 

Wiedersehen mit Wigo

„Wie lange ist es her, dass ich hier an diesem Tisch sass und eine Tasse Tee mit dir zusammen trank, Luna?“

Rosa überlegte nur kurz, holte dann tief Luft und sprach weiter: „Hast du schon den Stapel Zeitungen dahinten gesehen, Luna?“ Er deutete mit einem kurzen Kopfnicken in die Richtung des Fensters.

Auf dem Tisch davor lagen fein aufgestapelt ein Berg von Zeitungen. Sie grinste verschmitzt und knallte ihm mit einem glucksenden Lachen eine Zeitung auf den Tisch. Rosa griff nach ihr. Er klappte sie auf und hämmerte ein paar mal mit den Knöcheln der rechten Hand auf die Tischplatte, denn er war hochüberrascht:

„Das ist ja interessant! Hast du das hier schon gesehen?“ Der Professor sass angespannt über die Zeitung gebeugt und sagte dann endlich laut: „Wigo hält einen Vortrag über den Dualismus. Er muss ja eine Menge während seines Aufenthaltes bei den Bousnani’s gelernt haben! Werden wir hingehen, Luna?“ Vielsagend blickte er Luna an.

Die nickte verwundert und meinte: „Dann können wir uns gleich dafür bedanken, dass er unsere Koffer hierher gebracht hat.

 

Beim Vortrag

Luna wartete mit Rosa zusammen auf dem Flur bis sich die Türen zum Saal öffneten. Sie waren früh gekommen, denn sie wollten möglichst in der ersten Reihe sitzen, nahe genug an jener Person, die sie schon so lange kannten und die dann doch mit den Bousnani’s eigene Wege gegangen war.

Im Saal waren fast alle Plätze bis zum letzten Platz besetzt. Es lag eine ruhige, aber erwartungsvolle Stimmung in der Luft. Als Wigo an das Rednerpult trat, trafen sich ganz unvermittelt die Augen von Rosa und Wigo. Aus unerklärlichen Gründen beschlich Rosa so etwas wie ein schlechtes Gewissen. Er schaute Wigo an und seine Gedanken gingen auf eine lange Reise, von der er erst zurückkehrte als er die Stimme Wigo’s vernahm...

 

Fortsetzung folgt ... (Wigo’s Vortrag und Begegnung mit den Men in Black ).