UFO-Nachrichten

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Im Schatten von Roswell

Was geschah am 9.12.1965 in Kecksburg?
Von Hartwig Hausdorf

Alle Welt spricht von Roswell: kommt heute irgendwo das Thema UFO-Absturz in die Medien und somit in den Mittelpunkt des allgemeinen Interesses, so wird mit schlafwandlerischer Sicherheit der Name der Absturzregion in New Mexiko fallen. Bei aller Roswell-Manie gibt es jedoch eine ganze Reihe weiterer möglicher UFO-Abstürze in den letzten Jahrzehnten, die sich aber leider nicht annähernd eines Bekanntheitsgrades wie jener vom Sommer 1947 erfreuen können..

 

Ein feuriger Flugkörper

Es geschah am Abend des 9. Dezember 1965 in Kecksburg, einem verschlafenen Städtchen im Westmoreland County Pennsylvanias. Da rauschte ein feuriger Flugkörper über die Häuser, und nur wenige Sekunden später zerriß ein ohrenbetäubender Knall die abendliche Stille, erhellte ein blendend roter Blitz die ganze Umgebung.

Schon wenig später trafen zahlreiche Militärfahrzeuge in Kecksburg ein, und die ganze Nacht war vom Dröhnen der schweren Motoren erfüllt. Der Wald, in dem sich das mysteriöse Geschehen abgespielt hatte - offenbar die Absturzstelle - wurde hermetisch abgeriegelt. Einigen Bewohnern der Stadt fiel ein riesiger Tieflader auf, der von bewaffneten Soldaten eskortiert ins Sperrgebiet fuhr.

 

"Meteorit" auf der Ladefläche

Stunden später kehrte der Tieflader aus dem Wald zurück. Dessen Ladefläche nahm nun ein von Planen verdecktes Objekt ein, das mehrere Meter Durchmesser besaß. Den beunruhigten Kecksburgern wurde nahegelegt, Ruhe zu bewahren - im Wald sei lediglich ein großer Meteorit eingeschlagen.

Seltsamerweise reagierten die Medien kaum auf diesen eigentlich recht dramatischen Vorfall. Einzig die Lokalzeitung "The Tribune Review" titelte am folgenden Tag: "Armee sperrte Gebiet ab - Unidentifiziertes Objekt stürzte bei Kecksburg ab". Dann herrschte Funkstille, abgesehen von einer offenbar zensierten Reportage in einem Radiosender im nahen Greensburg. Ein Mantel des Schweigens und des Vergessens hatte sich um die seltsamen Vorgänge des 9. Dezember 1965 gelegt.

Dies änderte sich erst ein knappes Vierteljahrhundert später. Am 19. September 1990 sendete die große US-Fernsehgesellschaft NBC einen Beitrag, der dem Vorfall von Kecksburg gewidmet war. Damit schien eine Lawine ausgelöst worden zu sein, denn in der Folge meldeten sich mehr als 100 Zeugen, die nun endlich die Zeit gekommen sahen, ihr Schweigen zu brechen. Alle Aussagen wurden von der Forschungsgruppe MUFON gesammelt. Dabei stellte sich heraus, daß einige der Zeugen bei der Bergung zugange gewesen waren. Sie hatten hochrangige Mitglieder der Armee, der Luftwaffe und Marine sowie der US-Raumfahrtbehörde NASA beobachtet.

Und sie waren sich alle einig, daß es kein Meteorit war, der dort niedergegangen war...

 

Seltsame Hieroglyphen

Mehrere dieser Zeugen hatten nämlich aus dem Gedächtnis Skizzen jenes abgestürzten Flugobjekts gemacht. Sie zeigen übereinstimmend ein vier bis fünf Meter langes und drei bis vier Meter durchmessendes Objekt von der Form einer Glocke. Das Objekt lag am Ende einer mächtigen Schneise, welche es in den Wald geschlagen hatte. Der ganze Boden war rinnenförmig aufgefurcht, das UFO beinahe bis zur Hälfte im Erdreich eingegraben.

Einer der Zeugen, Mr. James Romansky aus Derry, betonte, das Objekt sei bronzefarben und mit seltsamen Zeichen oder Hieroglyphen versehen gewesen. Er konnte aber russische oder chinesische Schriftzeichen definitiv ausschließen.

Der ehemalige Air-Force-Angehörige Robert Adams war damals auf der Lockborne Air Base bei Columbus in Ohio stationiert. Am frühen Morgen des 10. Dezember erhielt er den Befehl, gemeinsam mit mehreren Kameraden einen bestimmten Hangar der Basis zu bewachen. Den Männern wurde sogar ausdrücklicher Schießbefehl gegeben, falls sich jemand dem Hangar nähern sollte. Von den Ereignissen des Vorabends in den Wäldern von Kecksburg hatten sie nichts gehört.

Doch kurz nach Bezug ihrer Wachpositionen beobachteten sie, wie ein Tieflader mit einem sorgfältig abgedeckten Objekt eintraf. Er wurde von mehreren Militärfahrzeugen eskortiert. Adams verglich das unter der Plane verborgene Objekt mit der doppelten Größe eines Volkswagen "Käfer".

 

Endstation Wright Patterson

Bereits gegen 7:00 Uhr morgens wurde Robert Adams wieder vom Wachdienst am Hangar abberufen. Wie er später erfuhr, war der Tieflader mit seiner ominösen Fracht nach einer halben Stunde wieder aufgebrochen und zum 160 Kilometer weiter westlich gelegenen Luftwaffenstützpunkt Wright Patterson gefahren. In diesem berechtigten Komplex sollen ja bekanntlich mehrere abgestürzte oder vom Himmel geholte Flugobjekte außerirdischer Herkunft vor den Augen der Allgemeinheit verborgen sein.

Daß Wright Patterson zur Endstation für das abgestürzte Objekt von Kecksburg geworden ist, dafür fand sich ein weiterer Zeuge. Am 11. Dezember 1965 erschien im Büro des Baustoffhändlers John Cummings ein Mann und erteilte diesem einen Auftrag über die unverzügliche Lieferung von 6500 Ziegeln zur Errichtung eines strahlensicheren Hangars auf Wright Patterson Air Base. Diesen Auftrag führte Cummings bereits tags darauf aus: gemeinsam mit seinem Vetter fuhr er zur Luftwaffenbasis, in die sie zunächst ohne große Formalitäten eingelassen wurden.

Ihre Blicke fielen sehr bald auf einen Hangar, der außergewöhnlich scharf bewacht wurde. Während sie sich daran machten, die 6500 Ziegelsteine zu entladen, wurden sie von den Wachsoldaten mißtrauisch beäugt; nach einiger Zeit hatten diese aber ihr Interesse an den beiden verloren.

Cummings und sein Vetter fragten sich, was sich wohl in diesem Hangar befinden würde, und tippten auf ein neuentwickeltes Geheimflugzeug der Air Force. Doch sie sollten sich täuschen.

 

Ertappt!

Schließlich hielten sie es nicht mehr aus. Sie warteten einen unbeobachteten Moment ab und schlichen zu einem kleinen Fenster, durch das sie in den Hangar blicken konnten.

Was sie sahen, verwirrte sie zutiefst: ein vier bis fünf Meter hohes, etwa vier Meter durchmessendes Objekt stand mitten im Raum. Planen verdeckten es zu einem guten Teil, und die Farbe des glockenförmigen Objekts ging ins bronzene. Zehn bis fünfzehn Männer in Schutzanzügen und mit Atemmasken standen um das "Ding" herum und waren offenbar damit beschäftigt, es zu öffnen.

Plötzlich wurden John Cummings und sein Vetter entdeckt. Die Wachen packten sie brutal und schleiften sie regelrecht weg. Beim Verhör wurden sie beschimpft und bedroht, man verbot ihnen unter Androhung von Gefahren für Leib und Leben, auch nur ein Wörtchen über ihre Beobachtung zu verlieren.

Mehr als 30 Jahre lang hielten sich diese und viele weitere Zeugen an das ihnen auferlegte Schweigegebot. Doch nun versuchen sie, Licht in die mysteriöse Angelegenheit zu bringen. Wie die Tageszeitung "BILD" am 23. Oktober 2003 meldete, haben verschiedene Zeugen des damaligen Crashs den Klageweg gegen die US Air Force und die Vereinigten Staaten von Amerika beschnitten, damit auch diese Angelegenheit endlich zur Aufklärung kommt.

Zwar sollte man - angesichts der straffer gezogenen Geheimhaltungsklauseln von Seiten der Regierung Bush - nicht allzuviele Resultate in kurzer Zeit erwarten. Aber es zeigt sich einmal mehr, daß selbst länger zurückliegende Vorfälle nicht auf Dauer unter dem Teppich der Vertuschung gehalten werden können.

Auch die hohen Chargen in Politik und Militär, die allerstrengstes Stillschweigen angeordnet haben, werden eines schönen Tages den Weg alles Irdischen beschreiten. Was nicht stirbt, ist das lebhafte Interesse selbst breiterer Bevölkerungsschichten an so mysteriösen Vorfällen wie jenem von Kecksburg am 9. Dezember des Jahres 1965.

Auch wenn dieser mögliche UFO-Crash leider noch immer gewissermaßen "im Schatten von Roswell" steht.

 


Aus "UFO-Nachrichten" Nr. 369 (Jan./Febr. 2004)