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HARTWIG
HAUSDORF:
Wallenstein
und die „kleinen Grauen“
Deutliche
Parallelen zum modernen „Little-Greys-Syndrom“?
Ein nicht
enden wollender Krieg überzog Deutschland und die Mitte Europas
von 1618 bis 1648 mit Tod und Verderben. Es war der „Dreißigjährige
Krieg“, entstanden aus den religiösen Gegensätzen zwischen Protestanten
und Katholiken, aber auch durch den Widerstand der Reichsstände
gegen den Absolutismus aus dem Hause Habsburg. Durch das Eingreifen
ausländischer Mächte wurde Deutschland zum zentralen Kriegsschauplatz
eines europäischen Machtkampfes. In diese Zeit fällt eine seltsame
Geschichte, die durch Schillers Werk „Wallenstein“ bis in unsere
Zeit überdauert hat.
Einer
der schillerndsten, wie auch geheimnisumwobensten Akteure dieser
blutigen Zeit war der Herzog von Friedland, besser bekannt unter
seinem Namen Albrecht Eusebius von Wallenstein (1583-1634). Der
legendenumrankte Feldherr, in Soldatenkreisen nur einfach „der
Friedländer“ genannt, war zwar protestantisch erzogen, trat aber
1606 aus politischen Erwägungen zum Katholizismus über. Durch
geschickte Heirat und rigides Vorgehen gegen Aufständische konnte
er reiche Ländereien in Böhmen an sich reißen. Im Jahre 1618 stellte
er sich auf die Seite des späteren Kaisers Ferdinand II. (1578-1637)
aus dem Hause Habsburg, für den er sieben Jahre später sogar aus
eigenen Mitteln ein großes Heer aufstellte. In den Folgejahren
gewann er Schlacht um Schlacht, was zu einem enormen Machtzuwachs
für Kaiser Ferdinand führte. Das aber war den Reichsständen ein
Dorn im Auge, die 1630 auf dem Fürstentag zu Regensburg vehement
die Absetzung Wallensteins forderten - und sich auch durchsetzten.
Nicht wenige warfen ihm vor, mit „finsteren Mächten“ im Bunde
zu stehen, denn seine Erfolge waren ihnen unheimlich.
Aufstieg
und Fall
Aber bereits
ein Jahr später war er wieder aus der Versenkung zurück. Denn
die militärischen Erfolge des Schwedenkönigs Gustav II. Adolf
(1594-1632), der seinen protestantischen Glaubensbrüdern in Deutschland
zu Hilfe eilte, zwangen Kaiser Ferdinand dazu, Wallenstein wieder
als Feldherr zu berufen. Der erhielt im Dezember 1631 erst den
vorläufigen, im April 1632 dann den unumschränkten Oberbefehl
über das habsburgische Heer. Und wieder schlug er eine Schlacht
nach der anderen. Die Schweden drängte er aus Süddeutschland heraus
und schlug jene legendäre Schlacht bei Lützen, in der der schwedische
König im Kampf Mann gegen Mann fiel.
Aber
Kontakte mit den Franzosen sowie geheime Verhandlungen mit den
Schweden wie auch einige Miss-Stimmungen führten dazu, dass die
Gegner Wallensteins erneut den Regenten für sich einnehmen konnten.
Im Januar 1634 setzte ihn Kaiser Ferdinand per Dekret als Befehlshaber
seines Heeres ab, um ihn einen Monat später des Hochverrats zu
bezichtigen und auf seine Ergreifung - tot oder lebendig - ein
Kopfgeld auszusetzen. Der Feldherr stand praktisch auf der Fahndungsliste,
und einstmals treu ergebene Truppen fielen von ihm ab. Sein vordem
legendärer Glücksstern war verglüht: Nur ein paar Tage nach dem
kaiserlichen Haftbefehl fiel Wallenstein im böhmischen Eger einem
Mordanschlag zum Opfer.
„Ein
graues Männlein pflegt bei nächtlicher Frist...“
Eine sehr
umstrittene Persönlichkeit hatte damit ihr wenig ruhmreiches Ende
gefunden. Eine Person, deren geschicktes bis skrupelloses Taktieren
Widersacher bis aufs Blut gereizt und die Gerüchteküche zum Brodeln
gebracht hatte. Mit „finstren Mächten" solle er im Bunde stehen,
wurde bei Freund und Feind gleichermaßen gemunkelt. Doch möglicherweise
waren es ganz andere Mächte, die sich dem Herzog von Friedland
zuweilen offenbart haben.
Ein deutscher
Literat von hohem Rang, der sich mehr als 150 Jahre nach Wallensteins
Tod mit dessen geheimnisvoller Existenz beschäftigte, war der
Dichterfürst Friedrich von Schiller (1759-1805). Viele Jahre arbeitete
dieser an dem dreiteiligen Werk, das er erst 1799 - sechs Jahre
vor seinem Ableben - abschließen konnte. Im ersten Teil der Trilogie
(„Wallensteins Lager“) unterhalten sich in einem Feldlager vor
den Toren der böhmischen Stadt Pilsen ein paar Infanteristen über
das geradezu unheimliche Kriegsglück sowie die sagenhafte Unverwundbarkeit
ihres Feldherrn:
„Er
bannet das Glück,
es
muss ihm stehen.
Wer
unter seinem Zeichen tut fechten,
der
steht unter besonderen Mächten.
Denn
das weiß ja die ganze Welt,
dass
der Friedländer einen Teufel
aus
der Hölle im Solde hält.“
Die Soldaten
glauben, dass Wallenstein durch eine „Hexensalbe“ unverwundbar
geworden sei. Ein Trompeter und ein Wachtmeister von einem Terzky'schen
Karabiniers-Regiment, die sich ebenfalls an dem Gespräch über
ihren Kriegsherren beteiligten, wussten noch genauere Informationen
beizutragen. Die uns, ganz nebenbei bemerkt, heutzutage seltsam
vertraut anmuten:
„Es
geht nicht zu mit rechten Dingen!
Sie sagen, er las auch in den Sternen,
die künftigen Dinge,
die nahen und fernen.
Ich weiß aber besser, wie's damit ist.
Ein graues Männlein pflegt
Bei nächtlicher Frist
durch verschlossene Türen
zu ihm einzugehen.
Die Schildwachen haben's oft
angeschrieen,
und immer was
Großes
ist drauf geschehen, wenn je
das
graue Röcklein kam und
erschien.“
(Schiller:
Wallensteins Lager, 6. Auftritt)
Wie
ein „Bedroom Visitor“
Mich erinnert
dieses „graue Männlein“, das „bei nächtlicher Frist durch verschlossene
Türen“ dem Feldherren seine Aufwartung machte, ganz frappierend
an die ominösen „Kleinen Grauen“ oder „Little Greys“ unseres neuzeitlichen
UFO-Phänomens. Auch diesen zuweilen alptraumhaft wirkenden Gestalten
wird, besonders wenn diese nächtens als „Bedroom Visitor“ auftreten,
nachgesagt, dass nicht einmal massive Mauern sie von ihrem unheimlichen
Tun abhalten. Der leider viel zu früh verstorbene deutsche Naturwissenschaftler,
Buchautor und Forscher Dr. Johannes Fiebag (1956-1999) konnte
durch akribische Arbeit den Nachweis erbringen, dass diese Beobachtungskategorie
des UFO-Phäno-mens keinesfalls ein rein amerikanisches Problem
darstellt. Auch im deutschsprachigen Raum und in allen Ländern
dieser Welt haben „Little Greys“ bzw. „Bedroom Visitors“ zahlreiche
Menschen heimgesucht.
In seinem
Standardwerk „Kontakt“ führte er hierzu aus: „Diese Eindringlinge
vermögen offensichtlich durch geschlossene Türen und Fenster ebenso
wie durch massives Mauerwerk, Decken und Böden hindurch die Räume
der Betroffenen zu betreten.“
Wurde Feldherr
Wallenstein von demselben Phänomen kontaktiert, das heute seine
traumatisierende Wirkung bei ungezählten Menschen entfaltet hat?
Anders als in modernen Bedroom-Visitor oder Entführungsfällen
scheint es zwischen dem Heerführer und dessen mysteriösem Besucher
zu einer regen Kommunikation gekommen zu sein. Zu einem Informationsaustausch,
der für Wallenstein nicht selten strategische Vorteile einbrachte,
die sich auf den Verlauf seiner militärischen Operationen auswirkten.
Schillers
Quellen
Bei Schillers
dichterischer Abhandlung wird zwar der Gedankengang ein wenig
in Richtung des „Leibhaftigen“ gelenkt. Aber allein schon durch
die Charakterisierung des unheimlichen, nächtlichen Besuchers
scheint mir dieser Lösungsansatz wenig bis gar nicht überzeugend
zu sein. Dafür fehlt es ganz einfach an den einschlägigen Attributen,
wie Schwefelgestank, Pferdefuß und dem rußigen Outfit, mit welchem
Schiller den Auftritt des kleinen grauen Gefährten ausgeschmückt
hätte - wäre er von dessen Identität als „höllischer Abgesandter“
überzeugt gewesen. So bleibt eigentlich nur noch die Frage im
Raum stehen, woher der Dichterfürst seine detaillierten Kenntnisse
bezogen hatte, als er Ende des 18. Jahrhunderts seine berühmte
Trilogie „Wallensteins Lager - Die Piccolomini - Wallensteins
Tod“ zu Papier brachte. Mit unheimlichen Einzelheiten, welche
die Vermutung nähren, dass damals im Dreißigjährigen Krieg ähnliches
geschah wie in heutiger Zeit, da das UFO-Phänomen mit all seinen
Facetten nach wie vor viele Rätsel aufgibt.
Übrigens
wird auch immer wieder gemunkelt, dass Friedrich Schillers Ableben
auch nicht auf natürliche Ursachen zurückgeht. Musste der deutsche
Dichterfürst vielleicht sein Wissen um mysteriöse Dinge letztendlich
mit dem Leben bezahlen?
Aus "UFO-Nachrichten"
Nr. 391, Sep./Okt. 2007
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