Das
Geheimnis des Alten Berges
Ufos
über Rennes-le-Chateau
Von
Thomas Ritter
Eigentlich ist Rennes
le Chateau ja ein recht unbedeutendes Nest. Es liegt etwa 40
km südlich von Carcassonne auf einem Höhenzug inmitten der Landschaft
des Rhazès in Frankreich. Nur etwa 30 Einwohner zählt der Ort
heute noch. Das Landhaus Villa Bethania, die eigenwillige Tour
Magdala und die Ruine des Schlosses d’Hautpoul künden davon,
dass der Ort schon bessere Zeiten gesehen hat. Dennoch tummeln
sich dort eine Menge Fremde, viel mehr, als der Ort Einwohner
zählt. Es ist seine Geschichte, die Rennes-le-Chateau diese
seltsame Anziehungskraft verleiht und es trotz oder gerade wegen
seines abgewirtschafteten Zustandes für Fremde so interessant
macht.
Sprudelnder
Reichtum
Vor
mehr als 100 Jahren geschahen in dem weltvergessenen Dorf merkwürdige
Dinge. Um 1900 kam der einfache Landpfarrer Berenger Sauniere
auf mysteriöse Weise zu unerhörtem Reichtum. Er baute die Villa
Bethania, dazu den nach Maria Magdalena benannten Turm im neogotischen
Stil für seine Bibliothek, ließ die Pfarrkirche des Ortes auf
eigene Kosten rekonstruieren, wurde Großgrundbesitzer und empfing
in seiner Pfarrei so bedeutende Gäste wie den französischen
Kultusminister oder den Cousin des österreichischen Kaisers
- Johann Salvator von Habsburg.
Im
Jahr 1917 starb der Pfarrer unter mysteriösen Umständen und
nahm sein Geheimnis mit ins Grab. Woher hatte Sauniere seinen
plötzlichen Reichtum? War er Alchimist und stand mit dem Teufel
im Bunde - wie es die Dorfbevölkerung noch heute glaubt? Warum
bezahlte ihm dann der Vatikan wahrhaft fürstliche Summen? Welchen
Schatz hatte Sauniere entdeckt - etwa das Vermächtnis des Templerordens
oder gar etwas, das nicht von dieser Welt stammte? Über
das Geheimnis des Pfarrers von Rennes le Chateau sind inzwischen
hunderte Publikationen verfasst worden.
Der
„Berg der Götter“ in Frankreich
Doch
neben der eigentlichen Schatzgräbergeschichte um den exzentrischen
Priester Berenger Sauniere existieren auch weitere Spuren und
Phänomene, die nicht minder beachtenswert sind als das Rätsel
von Rennes le Chateau. Zu diesem Themenkreis zählen auch Überlieferungen
und Ereignisse, die mit einem besonderen Berg der Region in
Verbindung stehen, dem Pech de Bugarach. Wie ein Hirte über
seine Schafe scheint der Pech de Bugarach über das Tal zwischen
dem kleinen Dörfchen Bugarach und Rennes-le-Chateau zu wachen.
Er gilt in der Region als ein „heiliger Berg“. Gesichert ist,
dass sich im Massiv des Berges die Tunnel und Gänge eines riesigen
Minensystems befinden, dass bereits zu römischer Zeit bekannt
war.
Monsieur
Henri Buthion - bis 1993 Eigentümer der Besitzungen Berenger
Saunieres - vertraute mir darüber hinaus an, das in der Nacht
vom 13. zum 14. Oktober jedes Jahres über dem Pech de Bugarach
seltsame Leuchterscheinungen zu beobachten sind. Der Pech de
Bugarach erhebt sich ein Dutzend Kilometer südöstlich von Rennes-le-Chateau
und beherrscht mit 1.233 Höhenmetern das Land ringsum. Nach
Aussagen jüdischer Besucher des Ortes soll der Pech de Bugarach
dem Berg Sinai in Palästina täuschen ähnlich sehen. In Anspielung
auf diese Tatsache versicherte Monsieur Buthion:
„Auf
dem Berg Sinai stieg der HERR zu den Menschen herab. Wenn Sie
zu den GÖTTERN hinaufsteigen wollen, dann gehen Sie auf den
Pic de Bugarach!“
Die
Leuchterscheinungen, die sich zeitweise über dem Berg manifestieren,
sind geradezu klassische UFO-Phänomene. Im Jahr 1978 wollen
bis zu 200 Zeugen strahlende, scheibenförmige Objekte über dem
Berg gesehen haben. Es wurden jedoch auch schon dreieckige und
trapezförmige Flugkörper beobachtet. Einige Zeugen sind sich
sicher, dass diese Flugobjekte teilweise am Berg niedergingen
und dort auf mysteriöse Weise verschwanden. Die lokale Gendarmerie
will damals „Landespuren“ in Form von Bodenverfärbungen in geometrischen
Mustern und kreisrunden verbrannten Grasflächen sichergestellt
haben.
Ich
beobachte seit 1995 regelmäßig in der fraglichen Oktobernacht
den Pech de Bugarach. Wenn sich auch das beeindruckende Schauspiel
von 1978 bisher nicht wiederholte, so konnte ich doch feststellen,
dass sich am Berg eine Art Aura oder Energiefeld manifestiert,
und zwar in Form eines Lichtgewitters, das an intensives Wetterleuchten
erinnert. Diese Leuchterscheinungen setzen jeweils gegen
21:00 Uhr ein und dauern bis in die frühen Morgenstunden.
Meine Anfragen bei meteorologischen Stationen ergaben, dass
in den fraglichen Nächten im Gebiet des Rhazès keine Gewitter
auftraten, so dass atmosphärische Ursachen der Leuchterscheinungen
ausgeschlossen werden kön-nen.
Tatsächlich
ergaben vergleichende Beobachtungen im Juni 1996, dass die Leucht-erscheinungen
offensichtlich an die Örtlichkeit und auch den genannten Zeitpunkt
geknüpft sind, denn im Juni 1996 wurde keine Aktivität am Pech
de Bugarach verzeichnet. Somit dürften auch piezoelektrische
Phänomene als Ursache des Lichtgewitters ausscheiden.
Bei
den Lichtphänomenen dürfte es sich um elektromagnetische Entladungen
handeln, die allerdings auch einen natürlichen Ursprung haben
können. Tiefdruckgebiete vom Atlantik stoßen in der Region des
Pech de Bugarach auf Hochdruckgebiete aus dem Süden. In der
Atmosphäre kann es dann gerade in den Herbstmonaten zu starken
elektrostatischen Entladungen kommen, die sich möglicherweise
in den eindrucksvollen Lichterscheinungen bemerkbar machen.
Manche Einwohner sprechen bei diesen Leuchtphänomenen von einem
echten UFO-Phänomen, was dazu führte, dass eine Wolkenformation,
die auf einer Fotografie über dem Berg zu erkennen war, im Sommer
2004 eine kleine UFO-Hysterie auslöste. Viele Neugierige zog
es an den Bugarach – die Außerirdischen ließen jedoch vergeblich
auf sich warten.
Schon
Hitlers Spezialisten inspizierten den Berg
Allerdings
stieß der Bugarach offensichtlich schon im 2. Weltkrieg auf
das besondere Interesse der Besatzer. Einheiten der SS untersuchten
den Berg. Dies berichtet der französische Forscher und Buchautor
André Douzet. „Sowohl der Bugarach, als auch das komplette
Dorf wurden von den Nazis durchsucht", erklärt er. „Aber
auch hier herrschte große Geheimhaltung. Bei dem Berg selbst
scheint es sich mehr um topographische Untersuchungen gehandelt
zu haben. Nur die Alten des Dorfes könnten genauere Auskunft
geben, aber bislang hüllen sich über die konkrete Suche der
Nazis alle in Schweigen."
Pulsierende
und geheimnisvolle Lichter
Während
meiner Beobachtungen in den Oktobernächten 1995 und 1996 sichtete
ich am Pic de Bugarach ebenfalls tennisballgroße, orangefarben
leuchtende Flugkörper jeweils für eine Zeit von ca. 5 bis 8
Minuten. Struktur und Flugverhalten dieser Leuchterscheinungen
waren vollkommen verschieden von dem nächtlichen Erscheinungsbild
eines konventionellen Helikopters oder Flugzeuges.
Als
weiteres Phänomen ist das in der Nacht vom 13. zum 14. Oktober
1995 gesichtete starke Leuchten zu nennen, welches von der Bergspitze
La Pique Grosse (einem Teil des Massives des Pech de Bugarach),
beginnend um 1:25 Uhr für ca. 5 Minuten ausging. Das weiße Licht
war sehr leuchtstark und erinnerte in seiner Intensität an so
genannte „Lichtkanonen“ oder einen Flakscheinwerfer. Mein Wagen,
der sich zu dieser Zeit ca. 2.500 Meter Luftlinie von La Pique
Grosse entfernt befand, wurde von diesem Licht angestrahlt und
taghell beleuchtet.
Bemerkenswert
an dieser Leuchterscheinung ist zunächst die Tatsache, dass
der Lichtstrahl fast keine Streuung aufwies, sondern im Gegenteil
eine regelrecht scharfe Abgrenzung aufwies, was an die von UFO-Phänomenen
her bekannten „Solid Lights“ denken lässt.
Weiterhin
war zu beobachten, dass dieses Licht in einem bestimmten Rhythmus
pulsierte, der die Assoziation von Morsezeichen weckte. Da ich
den Pech de Bugarach bereits seit den späten Nachmittagsstunden
des 13. Oktober 1995 beobachtet hatte, lässt sich auch mit an
Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Möglichkeit ausschließen,
dass sich auf dem unwegsamen Gipfel zu der genannten Zeit Menschen
aufhielten, die durch die Anwendung von Handscheinwerfern oder
ähnlichen Geräten das beschriebene Lichtphänomen hätten verursachen
können.
Die
beschriebenen Leuchterscheinungen scheinen sich in der jeweiligen
Oktobernacht tatsächlich ausschließlich auf den Pech de Bugarach
zu konzentrieren, werden zu anderen Zeiten jedoch ebenfalls
an weiteren Orten in der Region wahrgenommen.
Noch
mehr Rätsel
In
diesem Zusammenhang finden sich immer wieder Hinweise auf das
Quellgebiet des Flüsschens Salz, das etwa 5 km Luftlinie vom
Pech de Bugarach entfernt liegt. Von seinem Ursprungsort Fontaine
du Salèe nimmt der kleine Fluss seinen Lauf durch die Ortschaft
Sougraigne, vereinigt sich am Fuß des legendenumwobenen Berges
Sebairou mit dem Fluss Blanque, fließt weiter durch die Ortschaft
Rennes-les-Bains zwischen Pech Cardou und Mont Blanchefort,
um dann in der Kleinstadt Couiza in den Fluss Aude zu münden.
Um
den Ort, an dem die Quelle der Salz entspringt, ranken sich
zahlreiche düstere Sagen und Legenden. Die Einheimischen betrachten
bis heute diesen Platz als verhext und meiden ihn nach Möglichkeit.
Bei der Quelle selbst handelt es sich um eine stark salzhaltige
Sole, deren Wasser ungenießbar ist, wenn es auch einen angenehmeren
Geschmack als Meerwasser hat. In unmittelbarer Nähe der Quelle
befinden sich mittelalterliche Ruinen, die in den Landkarten
der Region als „Ancient Corps du Garde“ bezeichnet werden. Dies
bedeutet übersetzt das „Gardekorps“ oder die „Leibwache“. Möglicherweise
handelt es sich um einen militärischen Stützpunkt, der die im
Mittelalter wirtschaftlich bedeutetende Salzquelle, eine angeschlossene
Saline und den nach Bugarach führenden Weg über den Pas de Kapelan
schützen sollte.
Einige
hundert Meter von den Ruinen des Corps du Garde entfernt steht
ein ehemaliges Nonnenkloster, das heute als Wohnhaus dient.
Zwischen der Fontaine du Salèe und den beiden Gebäuden verteilen
sich einige wahrscheinlich künstlich aufgeschüttete Hügel. Hierbei
könnte es sich um Kurgane oder Tumuli, also um Grabhügel handeln,
die bislang jedoch noch nicht geöffnet worden sind. Als Erbauer
der Nekropole kommen die keltischen Ureinwohner dieser Region
in Betracht, während Corps du Garde im Mittelalter höchstwahrscheinlich
von den Templern errichtet wurde, die in jener Gegend unter
anderem das Privileg der Salzgewinnung besaßen.
Legenden
zufolge könnte sich im Karstuntergrund bei der Quelle auch ein
römisches Mithrasheiligtum befinden. Allein die Entdeckung einer
bislang unversehrten keltischen Nekropole oder des unterirdischen
römischen Tempels würde eine archäologische Sensation bedeuten.
UFO-„Verladearbeiten“
Doch
auch das Quellgebiet der Salz gehört zu jenen Orten des Rhazès,
an denen gehäuft UFO-Sichtungen auftraten.
Vor
allem in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden
mehrfach unbekannte Flugobjekte über den Bergen nahe der Salz
gesichtet. Von allen Zeugen der damaligen Ereignisse werden
diese übereinstimmend als „Verladearbeiten“ bezeichnet.
Die UFOs sollen demzufolge längere Zeit über bestimmten Orten
verharrt haben, während sich zwischen den Objekten und dem Erdboden
farbige Lichtstrahlen manifestierten.
Am
Nachmittag des 23. November 1986 dann gelangen den Bewohnern
der Domain de la Salz einige spektakuläre Fotoaufnahmen der
unbekannten Flugobjekte. Obwohl an diesem Tag ein sehr starker
Wind aus Richtung Ost wehte, verhielten die Flugmaschinen längere
Zeit vollkommen regungslos über dem Areal der Salzquelle. Eines
der gesichteten Ufos schien sich für einige Zeit zu teilen oder
zu verdoppeln, um dann wieder zu einem einzigen Objekt zu verschmelzen.
Ebenso übergangslos, wie sie erschienen waren, verschwanden
die Fluggeräte wieder. Die Sichtungsdauer betrug nach Zeugenaussagen
nahezu 90 Minuten.
Auch
im Innern des Gebäudes an der Salzquelle manifestieren sich
von Zeit zu Zeit merkwürdige Leuchterscheinungen. Die Bewohner
der Domaine nennen eines der Zimmer „Chambre Blanche“ – den
„Weißen Raum“, da dort des Öfteren eine strahlend helle Lichtsäule
mitten im Raum erscheint. Ein anderes Zimmer trägt die Bezeichnung
„Chambre rouge“, da dort in unregelmäßigen Abständen scheibenförmige
Flugkörper aus rubinrotem Licht zu sehen sind. Von den Bewohnern
werden sie scherzhaft als „flying Camemberts“ bezeichnet.
Die
Forschungen des Jean de Rignies
Wir
verdanken die Berichte über diese Phänomene einer ebenso interessanten
wie charismatischen Persönlichkeit – Jean de Rignies (1919 -
2002), dem Widerentdecker der Salzquelle. Er war ein Neffe des
spirituellen Meisters und Heilers Philipp de Lyon. Anders als
sein Onkel, zu dessen Freundeskreis der letzte russische Zar
ebenso wie Dr. Gerard Encausse, genannt Papus, zählten, schlug
Jean de Rignies eine technische Laufbahn ein. Nach seinem Schulabschluss
ließ er sich zum Piloten ausbilden. Im 2. Weltkrieg diente er
auf Seiten der Alliierten als Nachtjäger. Nach dem Ende des
Krieges reichte Jean de Rignies seinen Abschied ein, und ging
nach Italien, um sich am Konservatorium Mario del Monaco zum
Opernsänger ausbilden zu lassen. Trotz eines verlockenden Angebotes
aus Frankreich entschied sich Jean de Rignies schließlich gegen
eine Karriere auf den Brettern, die die Welt bedeuten, und arbeitete
als Projektant und Straßenbauingenieur für die französische
Regierung, unter anderem in Kanada und Marokko. Ende der sechziger
Jahre siedelte er nach Rennes-les-Bains über, um sich vor Ort
intensiv mit dem Geheimnis von Rennes le Chateau zu beschäftigen.
Dabei
will Jean de Rignies in einer Art visionärem Traum einen Auftrag
seines Onkel Philipp de Lyon empfangen haben, der ihm befahl,
im Rhazès einen Ort zu suchen, an dem sich eine Salzwasserquelle,
ein altes Kloster und eine militärische Befestigung befinden.
An der Fontaine du Salèe wurde Jean de Rignies schließlich fündig.
Er
widmete den Rest seines Lebens der Erforschung dieses geheimnisvollen
Platzes. Seine Angehörigen folgten ihm an die Sals und richteten
die ehemalige Klosterruine als Wohnhaus ein. Die Forschungen
waren nicht ungefährlich, denn im Jahr 1980 verlor Jean auf
tragische Weise seinen Sohn Philipp, der das Opfer mysteriöser
Kräfte geworden zu sein scheint, die in jener Gegend zweifellos
manifest sind. Dennoch setzte er seine Arbeit unermüdlich
bis zu seinem Tod im Jahr 2002 fort.
Jean
de Rignies hinterließ ein Archiv mit den Aufzeichnungen seiner
dreißigjährigen Forschungsarbeit und den Auftrag, sein Werk
fortzuführen. Die Association „Les amis de la Sals“ hat es sich
zur Aufgabe gemacht, im Sinne Jean de Rignies das Salstal als
historisch und kulturgeschichtlich bedeutenden, landschaftlich
sowie ökologisch äußerst wertvollen und auch spirituell außerordentlich
kraftvollen Platz sowohl zu erforschen, zu erschließen als auch
zu schützen.
Aus
den von Jean de Rignies hinterlassenen Dokumenten wird er-sichtlich,
dass sich im Erdreich in der Nähe der alten Saline ein großes
metallisches Objekt im Boden befindet. Jean untersuchte
in den 80er Jahren, die so genannten „Glasgrotten“, er nannte
sie „fours de verrieres".
In
dem begehbaren Tombeau wurde damals eine Radiocarbonanalyse
(C 14) durchgeführt, die im Ergebnis ein Alter des Ganggrabes
von ca. 8000 Jahren auswies.
Raumschiff
entdeckt?
Im
Rahmen dieser Untersuchungen wurde Jean auf das Objekt im Untergrund
aufmerksam. Er hatte einen Rutengänger zugezogen, der das metallische
Objekt ortete. Weil Jean von den Fähigkeiten des Mannes überzeugt
war, nahm er dessen Angaben ernst genug, um teures Gerät aufzufahren.
Jean de Rignies wandte sich an einen Freund, einen Amerikaner,
der früher für die NASA gearbeitet hatte und beim CNRS in Toulouse
angestellt war. Der kannte sich hinreichend aus mit solchen
Untersuchungen und verfügte offenbar auch die geeigneten Verbindungen.
Es gelang ihm das Kunststück, sich für die Untergrunduntersuchungen
ein Protonen-Magnetometer zu besorgen, ein hochkompliziertes,
exorbitant teueres und nicht eben einfach erreichbares Gerät,
von dem es damals weltweit lediglich 7 Exemplare gab.
Dieses
Gerät lieferte den Männern die Bestätigung für die Ortung des
Rutengängers und überdies noch ziemlich exakte Daten. Es handelt
sich den Messergebnissen zufolge um eine metallische Kuppel
(coupole metallique) mit folgenden Ausmaßen:
Durchmesser:
30 m
Höhe:
15 m (gemeint ist die Kuppelhöhe)
Länge
der Spitze: 3 m
Ende:
8 m (keilförmiger Grundriss, also pfeilförmig)
Lagetiefe:
25 m (liegt in dieser Tiefe - sous le sol - unter der
Sonne, wir sagen unter der Erde).
Alle
an den Untersuchungen Beteiligten waren sich, aufgrund der vorliegenden
Daten, darin einig, dass es sich auf gar keinen Fall um ein
natürliches Objekt handeln könne, sondern um eine Konstruktion.
(„Ca ne peut absolument pas étre naturel, nous a-t'on dit,
c'est une construction“.)
Über
die fours de verriers und das Objekt wurde dann später auch
im französischen TV berichtet. Jimmy Gieu, der französische
Erich von Däniken, hatte sich für die Sache interessiert und
stand weiter mit Jean in Verbindung, bis zu Jimmys Tode.
Jean
de Rignies, der alles andere als leichtfertig war, ging bis
zu seinem Tod davon aus, dass es sich bei diesem Objekt um ein
extraterrestrisches Raumschiff handeln könne, welches in einem
„Hangar“ abgestellt worden ist. Dort könnte es bei einem
der stärkeren Erdbeben, die im Rhazes ab und zu auftreten, verschüttet
worden sein. Diese Überlegung ergab sich aus seiner Theorie
der in dieser Region existierenden UFO-Basis.
Kontakt
zu einem Außerirdischen
Für
ihn selbst ist das allerdings keine Theorie gewesen, sondern
absolute Gewissheit, Realität. Denn nach den Aussagen seiner
Witwe Renèe, die noch heute auf der Domaine de la Sals lebt,
hatte Jean de Rignies mehrfach Kontakt mit einer außerirdischen
Wesenheit namens „Lilor“, dem „Kommandanten“ dieser Basis.
Von
ihm hatte Jean auch einige Auskünfte über die UFO-Basis erhalten.
Sie soll demnach ein recht großes Gelände umfassen, mit 7 km
Breite und 15 km Länge.
Ein
Ende der unterirdischen Basis erstreckt sich bis in das Salstal,
das andere Ende liegt am Pech de Bugarach. Jean de Rignies sprach
sehr selten und allenfalls im engsten Familien- oder Freundeskreis
über diese Kontakte und legte keinerlei Wert darauf, seine daraus
gewonnenen Erkenntnisse zu veröffentlichen. Es besteht jedoch
Anlass zu der Hoffnung, dass die vollständige Auswertung seines
Archivs zu weiterführenden Erkenntnissen verhelfen wird.
Geräusche
wie von mächtigen Generatoren
Neben
der Beobachtung der Lichtphänomene an der Salz und dem Pech
de Bugarach ist noch ein Erlebnis bemerkenswert, dass ich im
Herbst 1999 in der Nähe des natürlichen Kromlechs von Rennes-le-Bain
hatte. Passiert man den Kromlech auf einem schmalen Pfad in
Richtung Osten, so erreicht man nach etwa 800 Metern den Zugang
zu einer Höhle. Der Eingang zu dieser unterirdischen Galerie
ist aufgrund der Vegetation vor allem in der warmen Jahreszeit
sehr schwer aufzufinden.
Doch
die Höhle lohnt den Aufwand der schwierigen Suche. Sie ist außergewöhnlich,
weil sich hier ein merkwürdiges akustisches Phänomen beobachten
lässt. Je tiefer man in die Unterwelt eindringt, desto stärker
werden seltsame Laute hörbar. Sie erinnern an Geräusche, die
von mächtigen Generatoren verursacht werden. Außerdem lassen
sich Vibrationen wahrnehmen, so wie sie große Maschinen, etwa
schwere Dieselaggregate, verursachen können. Zuweilen wurde
von Besuchern der Höhle auch ein matter, grünlicher Lichtschein
wahrgenommen, der aus dem tiefsten Innern der Kaverne zu dringen
scheint.
Die
Licht- und Geräuschphänomene sind seit geraumer Zeit bekannt
und wurden teilweise auch durch Videoaufzeichnungen dokumentiert.
Sie fanden dennoch bis heute keine hinreichende Erklärung.
Mein
Erlebnis bezieht sich nicht unmittelbar auf die Höhle, sondern
auf das Gebiet zwischen ihr und dem Kromlech von Rennes-le-Bain.
Dort waren meine Begleiter für Fotoaufnahmen zurückgeblieben,
während ich die Höhle erkundete. Als ich mich in der Höhle
aufhielt, waren auch für mich die eben beschriebenen Geräusche
wahrnehmbar.
Mysteriöses
Zeit-Phänomen
Auf
dem Rückweg sollte ich meine Begleiter wieder am Kromlech treffen,
um dann gemeinsam zu unseren Fahrzeugen zurückzukehren. Als
ich zu der vereinbarten Zeit am Kromlech erschien, war dort
niemand von meinen Begleitern zu sehen. Ich suchte und rief
ihre Namen - vergeblich. Während ich zwischen den natürlichen
Menhiren umherkletterte, fiel mir auf, dass es hier still war,
zu still. Totenstill. Im herbstlichen Wald sang kein Vogel,
kein Windhauch bewegte die Äste der Bäume. Alles schien wie
in Watte verpackt zu sein. Selbst meine Schritte auf
dem feuchten Waldboden verursachten keinerlei Laut. Auf meine
Rufe antwortete kein Echo. Sie schienen in der Luft zu ersticken.
Nachdem
ich den gesamten Kromlech abgesucht und nach meiner Meinung
dabei mindestens eine halbe Stunde verloren hatte, setzte ich
meinen Weg zu den geparkten Fahrzeugen fort, in der Annahme,
dass meine Begleiter dort bereits auf mich warten würden. Doch
bei den Fahrzeugen war niemand. So blieb mir nichts anderes
übrig, als wieder zu dem Kromlech zurückzukehren.
Die
merkwürdige Stille war inzwischen von der Landschaft abgefallen.
Im Wald schrie dann und wann ein Eichelhäher oder eine Krähe,
unten murmelte der Salz-Fluss und ein leichter Wind ließ feine
Nässeschauer von den Ästen der Bäume rieseln. Hinter einer Wegbiegung
hörte ich die Stimmen meiner Begleiter. Sie erzählten mir,
dass sie eine halbe Stunde vergeblich am Kromlech auf mich gewartet
hätten. Das war eigentlich unmöglich, da ich ihnen bei meinem
Rückweg geradenwegs hätte in die Arme laufen müssen.
Meine
Erklärung, dass ich den ganzen Kromlech abgesucht hätte, glaubte
mir natürlich keiner. Während wir über die Zeit sprachen, kam
jemand auf die Idee, unsere Uhren zu vergleichen. Meine Uhr
ging als einzige fast zwanzig Minuten nach. War ich also
nur wegen einer fehlerhaften Zeitanzeige nicht rechtzeitig am
vereinbarten Treffpunkt erschienen? Wieso war ich dann aber
eher als meine Begleiter, deren Uhren „richtig“ gingen, bei
unseren Fahrzeugen gewesen? Wieso hatte ich meine Gefährten
nicht am Kromlech bemerkt, wo sie doch dort auf mich warteten?
Wieso hörte ich nicht schon dort ihre Stimmen und sie nicht
mein Rufen?
Könnte
es sein, dass wir in zwei verschiedenen Realitäten aneinander
vorbeigegangen sind, bis sich dieser Zeitriss wieder schloss
und wir uns wieder in einem gemeinsamen Raum-Zeit-Gefüge befanden?
Es
ist fast überflüssig zu erwähnen, dass Gangungenauigkeiten selbst
modernster Uhren auch am Pech de Bugarach auftreten und dort
ebenso wie am Kromlech von Rennes-le-Bain Funktelefone fast
ebenso häufig versagen wie Bündelfunk oder CB-Geräte.
Das
geheimnisvolle Verschwinden der Templer
Der
Templerorden unterhielt in der Gegend um Rennes le Chateau sechs
Komtureien, darunter die Festung von Le Bezu, zu der auch der
Stützpunkt an der Salzquelle gehörte, und eine weitere befestigte
Niederlassung in Champagne sur Aude. Die große Zahl der Komtureien
in einem relativ kleinen Gebiet beweist das starke Interesse
des Ordens an Rennes-le-Chateau. Nach der Zerschlagung des Ordens
in Frankreich im Jahr 1307 blieben die Templer des Rhazès unter
dem Präzeptor Raimund Sa Guardia aus Mas-Dieu zwar auf freiem
Fuß, büßten jedoch ihr gesamtes Vermögen ein.
Im
Jahr 1318 dann, vier Jahre nachdem ihr letzter Großmeisters
Jaques de Molay in Paris auf dem Scheiterhaufen in den Tod gegangen
war, verschwanden 13 ehemalige Templer der Präzeptorei Mas-Dieu
spurlos. Die Bauern im Vallee de Bezu schwören noch heute
Stein und Bein, dass die Templer am Pech de Bugarach unter mysteriösen
Umständen untertauchten.
Bedeutet
dies vielleicht, dass jene 13 Templer, nachdem sie ihre eigentliche
Heimat, den Orden, verloren hatten und erkennen mussten, dass
es für sie hier nichts, aber auch gar nichts mehr zu tun gab,
hinüberwechselten in eine andere Realität, in eine „neue Welt“?
Möglicherweise existiert am Pech de Bugarach oder am Kromlech
von Rennes-les-Bains der Zugang zu einer parallelen Realität,
die bereits zu Zeiten der Kelten als „Anderwelt“ bekannt war.
Bei
den beschriebenen Ufo-Aktivitäten würde es sich dann möglicherweise
nicht um „Außerirdische“ sondern um „Außerdimensionale“ handeln,
um Wesen also, die aus einem anderen Raum-Zeit-Gefüge stammen,
dass jedoch auf eine bestimmte Weise mit unserer Welt vernetzt
zu sein scheint. Möglicherweise liegt gerade darin der Schlüssel
zur Erklärung des Interesses, dass die Fremden uns entgegen
bringen.
Aus "UFO-Nachrichten"
Nr. 381, Jan/Febr. 2006
Verwendete
Literatur
Andrews,
Richard
Schellenberger,
Paul
Das
letzte Grab Christi, Gustav-Lübbe-Verlag, Bergisch-Gladbach,
1996
Baigent,
Michael
Leigh,
Richard,
Lincoln,
Henry
Der
Heilige Gral und seine Erben,
4.
Auflage, Gustav-Lübbe-Verlag,
Bergisch-Gladbach
Boudet,
Henri
La
Vraie Langue Celtique
et
Le Cromleck de Rennes-les-Bains
Edition
Belisane, 1886 / 1984
Fanthorpe,
Patricia and Lionel
Rennes-le-Chateau
Bellevue
Books
Ashford,
Middlesex, 1991
Lincoln,
Henry
The
Holy Place
Corgi
Books
A.
Mondadori Editore
Verona,
1991
Ritter,
Thomas
Rennes
le Chateau – Rätsel in den Pyrenäen, Bohmeier Verlag
Lübeck
/ Leipzig, 2001
Riviere,
Jacques
Le fabuleux Tresor de Rennes-le-Chateau Le Secret de
l’Abbe Sauniere, Edition Belisane, Nizza, 1983
de
Sede, Gerard
Rennes-le-Chateau
Edition
Robert Laffont, Paris, 1988
Vits,
Udo
Das
Salz von Rennes le Chateau
In
Magazin 2000 spezial, Alte Kulturen,
Marktoberdorf,
2005
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